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Jesus und der Marienkäfer

13.08.2014
 
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Beitrag aus: antenne September 2014
Thema: Impulse
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Von Janeric Johansson

Janeric Johansson ist ein schwedischer Künstler, der in seinen Werken viele biblische und aktuelle Themen einfliessen lässt. Als Autodidakt beweist er, dass Ausdauer, Begabung, Fleiss und Können zu wunderbaren und inspirierenden Werken führen können. Seine Ausstellungen sind ein Erlebnis. In einem seiner früheren Werke stellte er in Tel Aviv ein Motiv vor, das in seinen Bildern, Installationen und Skulpturen öfters vorkommt: der Marienkäfer. Nur – was hat der Marienkäfer mit einem biblischen und aktuellen Thema zu tun?

Johansson erzählt: «Eines der grösseren Gemälde auf der Ausstellung in Tel Aviv hatte als Motiv einen Spielzeug-Marienkäfer. Ein roter Farbfleck in einem sonst grau gehaltenen Bild. Ich hatte mir nichts Besonderes dabei gedacht; mir gefielen die Form und die rote Farbe. Aber dann sagte mir eine Frau aus Jerusalem, dass der Käfer für sie ein Messias-Symbol war. Ich fand das etwas weit hergeholt. ‹Das ist nicht so komisch, wie es klingt›, sagte die Frau. ‹Auf Hebräisch heisst dieses Tier nämlich Moses Kuh.› Aha – es gab also einen biblischen Bezug. Aber ich war immer noch nicht überzeugt, ich persönlich ziehe das Natürliche, sich von selber Ergebende solchen Assoziationssprüngen vor. Aber als ich zurück in Schweden war, fiel mir ein, dass der volle schwedische Name des Tieres ja ‹Jungfru Maria Nyckelpiga› war – wieder ein biblischer Bezug, wenn auch aus einer anderen Richtung. Auf Englisch heisst der Käfer Ladybird (amerikanisch Ladybug), wobei Lady für Maria steht, auf Dänisch und Norwegisch Mariahöne, auf Deutsch Marienkäfer und auf Lettisch Maarite (‹Kleine Mairs›). Die Russen nennen ihn ‹Gottes Kuh› (also ganz ähnlich wie die Hebräer), die Polen ‹Gottes kleines Tier›. In Holland heisst der Käfer ‹Unseres Lieben Herrn Tier›. In Spanien gibt es verschiedene Varianten mit Maria, in Kolumbien sagt man ‹Sommersprossige Maria›. Die Tschechen sprechen von der ‹Sonne mit den sieben Punkten› (vgl. deutsch Siebenpunkt), was bei den meisten Marienkäfern auch stimmt: Die Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit. Etwas aus der Reihe fällt die Bezeichnung Hagelhöna (‹Hagelhenne›) in Schonen (Südschweden), die (warum weiss keiner so genau) an die Wüstenwanderung der Israeliten anknüpft, als das Manna wie Hagelkörner vom Himmel regnete.

Ich finde es bemerkenswert, dass der Name dieses kleinen Tieres in so vielen Sprachen und Kulturen an die Bibel anknüpft. Auf mehreren Gemälden aus dem Mittelalter wird Maria gar in einem roten Kleid mit schwarzen Punkten abgebildet. Wie ist es dazu gekommen? Eine mögliche Erklärung findet man im 19. Kapitel des 4. Buch Mose, wo Gott Mose befiehlt, eine fehlerlose rote Kuh auszusuchen und zum Schlachten vor das Lager zu führen. Anschliessend sollten die Priester das Blut nehmen und siebenmal auf das Bundeszelt (die Stiftshütte) sprengen, um das Volk von seinen Sünden zu reinigen. Der hebräische Ausdruck ‹Moses Kuh› stammt eindeutig von hier. Hier finden wir beides: die rote Farbe und die Siebenzahl. Und gleichzeitig ist dieser Text eine Prophezeiung auf Christus, der rein und unschuldig war und gefangen und vor die Stadt  geführt wurde, um gekreuzigt zu werden, damit wir durch sein Blut rein würden. Bekannte erzählten mir, dass sie vor einigen Jahren einen Strand gesehen hatten, der blutrot war. Es zeigte sich, dass das ‹Blut› aus einer riesigen Menge von Marienkäfern bestand, die buchstäblich den Boden bedeckten.

So fügte sich das Puzzle nach und nach zusammen, bis ich den Marienkäfer tatsächlich als Messias-Symbol akzeptieren konnte. Mittlerweile habe ich zahlreiche Gemälde und Lithographien über das Marienkäfer-Thema geschaffen. So zeigt das Bild mit dem schwedischen Titel ‹Hopp› (das Wort bedeutet sowohl Hoffnung als auch Sprung), wie Pferde (mein Symbol für Menschen), die durch Riemen und Zaumzeug gefesselt sind, dank einer von einem Marienkäfer gebauten Brücke über den Abgrund den Sprung in die Freiheit wagen können.»

In vielen Ländern findet man alte Kinderreime über den Marienkäfer. In Schweden sagte man, wenn man einen Marienkäfer auf die Hand bekam, früher oft: Flieg, flieg Marienkäfer, und schenk uns gutes Wetter und schöne neue Kleider. In vielen Ländern findet man alte  inderreime über den Marienkäfer. In Schweden sagte man, wenn man einen Marienkäfer auf die Hand bekam, früher oft: Flieg, flieg Marienkäfer, und  schenk uns gutes Wetter und schöne neue Kleider. Das ‹schöne Wetter› war eigentlich ein Gebet – ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Himmel, weit weg von Armut und harter Arbeit. Und ‹schöne neue Kleider›, das war der Wunsch, die schmutzigen Arbeitskleider gegen das weisse himmlische Gewand zu tauschen. Das ‹schöne Wetter› war eigentlich ein Gebet – ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Himmel, weit weg von Armut und harter Arbeit. Und ‹schöne neue Kleider›, das war der Wunsch, die schmutzigen Arbeitskleider gegen das weisse himmlische Gewand zu tauschen.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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