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Lotti Latrous: Hoffnungsträgerin für Tausende

Lotti Latrous mit Kind
(c) Bettina Schoch
18.10.2016
Die privilegierte Schweizerin als Nothelferin unter den Ärmsten
 
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Beitrag aus: antenne November 2016
Thema: Weltweit
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Der erste Eindruck im Mutter-Teresa- Spital in der Elfenbeinküste ist für Lotti Latrous schockierend. Sie schaut zu, wie ein schwerkranker Mann gepflegt wird. Ein riesiges Loch im Bauch plagt ihn – er erträgt unglaubliche Schmerzen. Alles, was die privilegierte Schweizerin denken kann, ist: «Warum? Gott da oben, warum?» Sie will handeln.

Die Arbeit ihres Mannes als Direktor bei Nestlé bringt Lotti Latrous in die Elfenbeinküste. Dort, in den Slums von Adjouffou, wird ihr ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt: «Plötzlich gab es einen Gott. Aber anfangs war es kein guter.» Es braucht Zeit, bis sie begreift, dass es keinen Sinn hat, mit Gott zu streiten und zu hadern. Zusammen mit ihrem Mann baut sie im Slum ein Ambulatorium auf, welches sie «Centre Espoir» nennt – Zentrum der Hoffnung. Damit möchte sie den aidskranken Menschen helfen und ihnen Hoffnung geben. Doch dann wird ihr Mann von seiner Firma nach Kairo versetzt. Die Familie entscheidet, dass er und die Kinder alleine nach Kairo ziehen – Lotti Latrous bleibt zurück, um ihrer Berufung nachzugehen. «Das war unendlich schwer. Doch ich konnte nicht Tausende von Kindern sterben lassen, nur, weil ich drei Kinder zu Hause hatte, von denen zwei schon bald ausflogen.»

Ein Leben für die Ärmsten
In den folgenden Jahren entstehen zwei weitere «Centre Espoir», ein Sterbespital und ein Waisenhaus. Tausende Menschenleben werden dank ihr gerettet. Madame Lotti, wie sie im Slum genannt wird, hat den Sinn ihres Lebens gefunden: «Meine Arbeit hier ist Nahrung für meine Seele. Sie macht mich wirklich glücklich.»

Im Jahr 2004 wird Lotti Latrous eine besondere Ehre zuteil. Die damals 51-Jährige wird zur Schweizerin des Jahres ernannt. Dies verhilft ihr zu Bekanntheit und damit zu mehr finanzieller Unterstützung. Das ist für sie eine grosse Bestätigung für ihre Arbeit – so wie auch ihr Glaube an Gott: «Ich vertraue darauf, dass Gott weiss, warum wir hier sind. Und dass er einen Plan hat, was noch mit uns passiert.»

Ein Leben in der Schweiz
Trotzdem wird Lotti Latrous immer wieder von Selbstzweifeln geplagt: «Es ist noch immer schmerzhaft, dass ich meine Familie ziehen liess. Ich fühle mich als die grösste Egoistin der Welt.» Doch die Beziehung zu ihrem Mann und den Kindern ist nie zerbrochen. So bringt es Sonia, ihre ältere Tochter auf den Punkt: «Ich sehe meine Mutter lieber glücklich in den Slums statt unglücklich bei uns.»

Als Lotti Latrous jedoch an Lungentuberkulose erkrankt, muss sie zurück in die Schweiz. Dort findet sie viel Zeit für die Familie. Als es ihr wieder besser geht, reist sie zurück nach Westafrika. Seither kommt sie regelmässiger in die Schweiz. Und obwohl sie zeitweise ihre Arbeit in den Slums vermisst, akzeptiert sie, dass sie Auszeiten braucht. «In der Schweiz finde ich Erholung für meine Gesundheit. In der Elfenbeinküste erhalte ich Nahrung für meine Seele.»

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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