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Entwicklungszusammenarbeit – Sinn oder Unsinn?

15.05.2013
 
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Beitrag aus: antenne Juni 2013
Thema: Weltweit
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Von Iris Winteler

Mehr als die Hälfte der Menschen müssen mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag leben. Über eine Milliarde Menschen weltweit leiden Hunger und diese Zahl ist steigend. Fünfzig Prozent der Afrikaner leben in Armut. Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind bedingt durch Hunger und Unterernährung. Weltweit haben rund 72 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen.

Angesichts dieser Tatsachen stellt sich unweigerlich die Frage, wie sinnvoll Entwicklungshilfe grundsätzlich ist. Die in Sambia geborene Ökonomin Dambisa Moyo fordert in ihrem Buch «Dead Aid» sogar die Einstellung der westlichen Entwicklungshilfe, da diese nichts bringe und sogar die Armut und Arbeitslosigkeit afrikanischer Länder fördere.

Aber handelt es sich bei der Entwicklungshilfe tatsächlich um den berühmten «Tropfen auf den heissen Stein»? Werden seit Jahren Milliarden von Geldern sinnlos verpufft? Hat sich die Situation in Entwicklungsländern tatsächlich nicht verbessert?

Denn Tatsache ist, dass …
… die Kindersterblichkeitsrate in den Entwicklungsländern immer noch sehr hoch ist.
… immer noch zu viele Menschen Hunger leiden und häufig daran sterben.
… in Entwicklungsländern häufig kein Zugang zu sauberem Wasser  vorhanden ist.
… dass die Analphabeten-Rate in Entwicklungsländern aufgrund mangelnder Bildung  nach wie vor hoch ist.

Tatsache ist aber auch, dass sich die Situation in Drittweltländern mit Hilfe der Entwicklungszusammenarbeit in den vergangenen vierzig Jahren auf verschiedene Weise verändert hat. Und dies …

… im Gesundheitswesen
Seit 1950 stieg die Lebenserwartung von 40 auf 65 Jahre. Und die Kindersterblichkeit in den ärmsten Ländern ist drei Mal tiefer als vor 40 Jahren. Einzelne Krankheiten wie beispielsweise Pocken oder Kinderlähmung wurden weltweit ausgerottet. … im Kampf gegen den Hunger Extreme Hungersnöte sind dank Vorsorgemassnahmen und Aufbau von Strukturen für rasche Nothilfe viel seltener geworden. In vielen Gebieten hat die Entwicklungszusammenarbeit durch Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und «Hilfe zur Selbsthilfe» die Ernährungssicherheit erhöht.

… beim Trinkwasser
In Afrika beispielsweise stieg der Anteil der Bevölkerung, der Zugang zu sauberem Wasser hat, innert 30 Jahren von 20 auf 60 Prozent. Während in den Siebzigerjahren nur ein Sechstel der Afrikaner Zugang zu sanitären Versorgungen hatte, waren es im Jahr 2000 zwei Drittel.

… in der Bildung
Seit 1990 stieg der Anteil an Kindern, welche die Primarschule abschliessen können, von 64 auf 83 Prozent. Damit konnte der weltweite Anteil an Analphabeten von 45 auf 18 Prozent reduziert werden.

Um die Wirksamkeit eines solchen Projekts zu messen, wird nicht nur ein in sich abgeschlossenes Ergebnis – etwa die Gesamtzahl ausgehobener Brunnen in einem Dorf – an geschaut. Massgebend ist die langfristige Entwicklung eines Projekts, welche anhand der Wirkungskette beobachtet wird.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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