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Raus aus der Opferrolle

Twitter  |  (c) dreamstime
19.02.2018
Stattdessen «Salz und Licht» sein.
 
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Beitrag aus: antenne März 2018
Thema: Medien
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Ganz schön krass, was da an populistischen Grausamkeiten in den sozialen Medien kursiert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um links- oder rechtspopulistische Kommentare handelt, oder gar um christlichen Populismus. Wer Politik und Medien misstraut, taucht ab in die Netzwerke von Twitter, Facebook oder in die Kommentarspalten vieler Medienagenturen.

Die Unzufriedenen sind da unter sich – und sind leichte Beute für die tagesaktuellen Populisten. So wirklich populär wurden die sozialen Medien mit Barack Obama. 2008 ebnete die Facebook-Kampagne den Weg zum Sieg. Sein Slogan «Yes, we can» war gleichzeitig ein Glaubensbekenntnis und ein Versprechen. Vielerorts war man der Meinung, dass die sozialen Medien die Demokratie stärken, den engagierten Bürgern mehr Stimme verleihen. Stimmen, die vorher kaum gehört wurden. So haben wir an eine gerechtere Welt geglaubt.

Doch heute reiben wir uns die Augen. Seit wenigen Jahren hat sich das Klima in den sozialen Medien völlig verändert. Viele Benutzer sind nur noch in ihrer «Bubble»1. Dadurch bekommen viele die demokratischen Meinungsmöglichkeiten kaum mehr mit und werden nur noch in ihren Urteilen und Vorurteilen bestätigt. Journalisten der klassischen Medien werden als Produzenten von Fake-News abqualifiziert, überall spricht man von Lügenpresse. Dabei geht vergessen, wie viele Lügen sich in den sozialen Medien breitmachen. Diese werden oft vermischt mit Schlagworten wie Flüchtlingswelle, was emotional im Gehirn abgelegt wird wie eine Naturkatastrophe. Jeder IV-Bezüger wird zum Sozialschmarotzer, obwohl im Verhältnis nur wenige die IV wirklich ausnützen. Oder es wird, im Zusammenhang mit Ausländern, pauschal von Massenvergewaltigern gesprochen. Diese Verallgemeinerungen im Netz machen Stimmung und schüren Ängste. Populismus zeigt immer eine starke Vereinfachung und emotional aufgeladene Feindbilder. «Wir» sind hier, dort «die Anderen ». «Wir» sind das Volk, anständig, ehrlich, fleissig, gut. «Die Anderen» sind ausschliesslich kriminell, verlogen, faul – vereinfacht –, es sind die Bösen. Populisten zeichnen sich v.a. dadurch aus, dass sie die Missstände anprangern, aber selten Lösungen anbieten.

Christlicher Populismus
Natürlich müssen Ängste ernstgenommen werden. Aber gerade Christen, und auch da gibt es leider Populisten, sollten in erster | THEMA Linie Hoffnung bringen. Das ist der Auftrag, den Jesus uns gegeben hat. Doch auch Christen stehen in der Gefahr, die populistischen Möglichkeiten zu nutzen. Wir erinnern uns sicher an die abgeänderte Variante von «Marsch fürs Läbe». 2017 machte man ihn zum «Bäte fürs Läbe», wollte diesen Anlass just am Eidg. Dank-, Buss- und Bettag ausführen, ganz zufällig da, wo auch die 500-Jahre-Bruder-Klaus-Aktivitäten stattfanden. Es war von der verantwortlichen Regierung richtig, diese Aktion nicht zu erlauben. Ganz einfach, weil an einem Bettag keine politischen Aktionen stattfinden dürfen; zur Bewahrung des religiösen Friedens. Dass nachher sich viele Christen empörten und auch vehement in den sozialen Medien schrieben: «Wir lassen uns das Beten nicht verbieten», kann man durchaus als populistische Aktion einordnen. Die Veranstalter waren sich dieser Rahmenbedingungen bewusst. Sollten sie es sich doch nicht gewesen sein, haben sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Populismus ist auch, wenn die Veranstalter das jetzt mit «Obwalden lenkt ein» kommentieren. Die Obwaldner Regierung hat den Gebetsmarsch für den völlig unproblematischen 26. Mai 2018 bewilligt. Das ist gut so. Ein Gebetsmarsch hat durchaus seine Berechtigung. Störend ist nur, dass diese Zusage wie ein Sieg gefeiert wird. Diese Bewilligung hätten die Verantwortlichen auch letztes Jahr erhalten, wenn sie nicht auf das «populistische» Datum fixiert gewesen wären.

Wir Christen sollten stolz und fröhlich «Salz und Licht» sein durch unser Tun. Die Opferrolle sollten wir nicht übernehmen. Wir sollten Täter sein. Täter des Guten. So wie es viele tun. Dabei denke ich an die vielen Gemeinden, die sich aktiv in der Flüchtlingsthematik engagieren. Organisationen, die Jugendlichen einen Wiedereinstieg ins Leben ermöglichen. Christen, die sich für eine erhaltenswerte Umwelt engagieren. Christen, die sich für Palliativmedizin stark machen. Jugendverbände, die sich mit viel Engagement jahrelang für Jugendförderung einsetzen. Kirchen, die fragen, was sie für unsere politische Gemeinde tun können. Es gibt unendlich viel Positives. Damit müssen wir die sozialen Netzwerke füllen. Und wenn wir dabei auf die negativen Posts und Tweets treffen, können wir diese mit positiven Bemerkungen vielleicht etwas beeinflussen. Ganz im Sinne von Jesus, «Seid das Salz der Erde und das Licht der Welt».

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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