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Raus aus den Schulden

Übermässiger Konsum  |  (c) Juve/Fotolia
15.01.2014
 
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Beitrag aus: antenne Februar 2014
Thema: Medien
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Von Simon Leemann

Schulden schränken die persönliche Freiheit eines Menschen massiv ein. Leider beeinflussen sie nicht nur die finanzielle Freiheit, sondern ein ganzes Leben. Doch es gibt Wege und Hilfestellungen, um aus den Schulden herauszukommen – oder gar nicht erst hinein zu geraten.

Schulden als Freiheitskiller

Dass Schulden ein Leben stark beeinflussen, zeigt folgendes Beispiel: Eine 28-jährige, alleinerziehende Mutter hat sich von ihrer älteren Schwester 10 000 Franken ausgeliehen, um sich ein Auto zu kaufen, mit dem sie zur Arbeit fährt. Der Arbeitsweg liesse sich gut auch mit dem Zug bewältigen, aber mit einem Auto ist es bequemer. Um mit ihrem Monatseinkommen von 4300 Franken neben all den Kosten fürs tägliche Leben auch die monatlichen Kosten für das Auto bezahlen zu können, lebt sie im gleichen Haus wie ihre Schwester und kann dort günstig zwei Zimmer mieten. Dank dieser Lösung ist es sogar möglich, monatlich 200 Franken der Schulden zurückzuzahlen.

Aber die junge Frau ist nicht frei! Denn eigentlich würde sie gerne mit ihrem kleinen Bub alleine eine Wohnung beziehen, doch ihre finanzielle Situation verhindert dies. Ihre Schulden machen sie von ihrer Schwester abhängig, auch wenn ursprünglich alles gut gemeint war, schliesslich ist das Darlehen sogar zinslos.

Was lief hier falsch? Die junge Frau hatte kein Geld auf der Seite, um den Preis für das Auto zu bezahlen. Die monatlichen Autokosten kann sie nur darum begleichen, weil sie gleichzeitig bei ihrer Schwester die Möglichkeit hat, zwei Zimmer unter dem Marktwert zu mieten. Das Erstellen eines ganz einfachen Budgets hätte diese Situation schon vor dem Verschulden klar aufgezeigt und die junge Frau hätte sich so gegen das Auto und damit für ihre persönliche Freiheit entscheiden können. Grundsätzlich gelten im privaten Bereich folgende Regeln:

  • Grössere und kleinere Anschaffungen erst dann tätigen, wenn das Geld dazu angespart wurde.
  • Nie Anschaffungen mit Abzahlungs- oder Leasingverträgen oder mit Kreditkarten bezahlen.

Der Weg aus den Schulden hinaus

Grundsätzlich ist es nicht die Höhe einer Verschuldung, sondern die Verschuldung an sich, die für Betroffene zu einem Problem werden kann. Leider ist es heute viel zu einfach, sich zu verschulden. Kleinkredite, Autoleasing, Abzahlungsraten werden auf dem Silbertablett serviert – die Folgen der Verschuldung sind leider meist kein Thema und kommen später schmerzlich ans Tageslicht. Doch es gibt Wege, um aus der Verschuldung herauszukommen:

1. Konsequenter Wille

Wer schuldenfrei werden will, muss dies mit aller Konsequenz wollen. Mit einer halbherzigen Haltung ist es unmöglich, schuldenfrei zu werden. Dies bedeutet auch – zumindest für eine bestimmte Zeit – auf gewisse Sachen oder Gewohnheiten zu verzichten, welche einem im Leben sehr wichtig geworden sind (zum Beispiel Wohnung, Auto, kostspielige Freizeitbeschäftigung).
 
2. Budget erstellen

un kommt ein ganz wichtiger Punkt: Übersicht über Einnahmen und Ausgaben gewinnen. Oder in anderen Worten: ein Monats- und Jahresbudget erstellen. Für viele Menschen sind Finanzen ein rotes Tuch und darum können sie sich nicht vorstellen, selber ein Budget zu erstellen. Alles scheint so kompliziert. Doch das darf kein Hinderungsgrund sein. Es ist ganz einfach, Hilfe dafür in Anspruch zu nehmen (siehe Kasten « Beratungen»). Ziel des Budgets ist es aufzuzeigen, wie viel Geld pro Monat zur Verfügung steht und wohin das Geld fliesst. Sind Schulden vorhanden muss das Budget auch ein monatlicher Rückzahlungsbetrag der Schulden beinhalten. Eine Budgetvorlage ist auf Seite 8 zu finden.

3. Sparpotenziale finden

In jedem Budget gibt es Ausgaben, die eingespart werden können. Um wirklich aus den Schulden herauszukommen, lohnt es sich, zumindest vorübergehend seinen Lebensstil einzuschränken. So gibt es oft grosse Sparpotenziale in folgenden Bereichen. Natürlich ist die Liste nicht abschliessend und muss auf die persönliche Situation angepasst werden. Was dank dem Sparbudget pro Monat übrigbleibt, muss für die Rückzahlung der Schulden verwendet werden:
 

  • Autokosten: Durch Verzicht auf ein Auto kann meist viel Geld eingespart werden. Neben dem Öffentlichen Verkehr kann auch Carsharing eine Alternative zum eigenen Auto darstellen.
  • Billigere Wohnung beziehen: Wohnungskosten inklusive Nebenkosten sollten auf keinen Fall mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens betragen.
  • Versicherungen überprüfen: Bei guter Gesundheit kann beispielsweise die Franchise der Krankenkasse auf den Maximalbeitrag von 2500 Franken erhöht werden. Dies ergibt einen beachtlichen Prämienrabatt. Hier ist es aber zwingend, dass die Franchise im monatlichen Budget als Rückstellung aufgelistet wird, um diese im Krankheitsfall dann auch bezahlen zu können. Auch lohnt es sich, alle Versicherungen auf Doppelspurigkeiten zu untersuchen (Autoversicherung, Hausrat, Reiseversicherungen, Annullationsversicherungen etc.).
  • Telefonabonnemente: Oft kann mit einem Prepaid-Abo viel Geld eingespart werden. Das Handy wird in diesem Fall selber gekauft und nicht mit dem Abo abbezahlt. Auf comparis.ch können die diversen Angebote miteinander verglichen werden. Natürlich muss man bereit sein, auf das jeweils neueste Modell eines Smartphones zu verzichten.
  • Lebensmittel, Restaurants: Auswärts verpflegen ist teuer, hier kann relativ einfach viel Geld eingespart werden.

4. Budgetkontrolle

Natürlich bringt ein Budget keinen Nutzen, wenn es nicht eingehalten wird. Darum ist es ganz wichtig, dass genau kontrolliert wird, ob die Ausgaben auch dem Budget entsprechen. Hier ist Disziplin gefragt. Es ist unumgänglich, dass zumindest vorübergehend alle Ausgaben notiert werden. Für die Budgetkontrolle gibt es diverse Hilfsmittel (siehe Kasten «Budgetkontrolle»).

Wer aus einer Verschuldung herauskommen will, für den gilt als oberstes Gebot: Finger weg von neuen Schulden. Damit dies möglich ist, muss zwingend auf den Einsatz von Kreditkarten verzichtet werden. Manchmal hilft es auch, sich selber monatlich die einzelnen Budget-positionen in bar «auszuzahlen», indem man für jede Budgetposition ein einzelnes Couvert mit dem entsprechenden Geld vorbereitet (Kleider, Nahrungsmittel, Freizeit, auswärts Essen). Mit dieser Massnahme wird die Selbstdisziplin unterstützt. Wenn ein Couvert bereits Mitte Monat leer ist, ist es klar ersichtlich, dass das Budget aufgebraucht wurde.

Budget auch ohne Schulden sinnvoll

Natürlich ist das Erstellen eines Budgets nicht nur im Schuldenfall sinnvoll. Auch wenn Veränderungen anstehen (Geburt eines Kindes, Weiterbildung, Hauskauf etc.), kann ein Budget eine grosse Hilfestellung sein, um zu berechnen, ob das vorhandene Geld richtig eingesetzt wird.

Der Lösungsansatz für ein finanziell unabhängiges Leben der alleinerziehenden Mutter am Anfang dieses Artikels liegt auf der Hand: Möglichst rasch das Auto ver-kaufen, mit dem Erlös einen Teil der Schul-den zurückzahlen und ein Budget erstellen mit dem Ziel, monatlich eine höhere Rate zurückzuzahlen. Bald wird die ganze Schuld zurückbezahlt sein und sie hat die Freiheit, sich für eine eigene Wohnung umzusehen. Ein nicht einfacher Weg hin zur Schuldenfreiheit, der sich für sie aber ganz sicher lohnen wird – ein Weg in die finanzielle Unabhängigkeit!

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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