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Das Geschäft mit sauberem Trinkwasser

13.03.2013
 
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Beitrag aus: antenne April 2013
Thema: Medien
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von Andy Schindler-Walch

Die Weltbevölkerung nimmt rasant zu und der Bedarf an sauberem Trinkwasser steigt. Das hat auch der Schweizer Konzern Nestlé erkannt. Der Dokumentarfilm «Bottled Life» zeigt auf, wie Nestlé damit viel Geld verdient und welche Auswirkungen dies auf das Leben von vielen Menschen hat.

Über sieben Milliarden Menschen leben auf unserem Planeten. Die UNO rechnet damit, dass die Weltbevölkerung bis 2015 jedes Jahr um 78 Millionen Menschen anwächst. Während die Weltbevölkerung auf der einen Seite rasant zunimmt, wird sauberes Trinkwasser auf der anderen Seite immer mehr zur Mangelware.
 
Doch mit Trinkwasser lässt sich viel Geld verdienen. Davon erzählt der 90-minütige Dokumentarfilm «Bottled Life», der den Schweizer Nestlé-Konzern in den Mittelpunkt stellt. Nestlé besitzt weltweit über 70 verschiedene Wassermarken. Zu den bekanntesten Marken gehören Perrier, San Pellegrino, Vittel und in der Schweiz die Marke Henniez. Allein mit abgefülltem Wasser setzt der Konzern jährlich rund zehn Milliarden Franken um, so der Film. Aber über dieses boomende Geschäft wird bei Nestlé nicht gerne gesprochen, wie der Schweizer Journalist Res Gehriger erfahren musste.
 
Doch Gehriger recherchierte trotzdem und fand viel heraus. So gilt zum Beispiel in grossen Teilen der Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Absatzmarkt von Nestlé bezüglich Trinkwasser, das sogenannte «Recht der stärksten Pumpe»: Das heisst, wenn jemand Besitzer oder Pächter von Land ist, kann er darauf soviel Wasser abpumpen, wie er will, ohne dabei Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen. So hat Nestlé im US-Bundesstaat Maine eine ganze Reihe von Quellgebieten aufgekauft und pumpt daraus jährlich mehrere Millionen Kubikmeter Wasser ab, die der Konzern mit Tanklastwagen zu seinen Abfüll-fabriken transportieren lässt.
 
In Schwellen- und Entwicklungsländern verfolgt der Konzern eine andere Strategie. Dort ist sauberes Trinkwasser oft Mangelware, so dass Nestlé das Trinkwasser reinigt und mit einem Mineralienmix gemäss eigenem Rezept anreichern lässt. «Pure Life» heisst das Produkt, das im Jahr 1998 lanciert wurde und, so der Dokumentarfilm, auf einer Idee von Peter Brabeck, dem damaligen Konzernchef und jetzigen Verwaltungsratspräsidenten von Nestlé, beruht. Denn wo die örtliche Wasserversorgung in Ländern des Südens versagt, ist Flaschenwasser eine sichere Alternative. Damit verdient der Konzern viel Geld, denn «Pure Life» soll unterdessen das meistverkaufte Flaschenwasser auf der Welt sein.
 
«Bottled Life» vom Regisseur und Produzenten Urs Schnell ist ein spannender und sehenswerter Dokumentarfilm, der zum Nachdenken anregt und der Frage nachgeht, wie ein Konzern mit dem Trinkwasser, der wichtigsten Ressource auf unserer Welt, umgeht. Der Film lässt Raum, dass sich jeder selber ein Bild darüber machen kann, welche Bedeutung und Auswirkung dies auf uns alle hat.
 
 
«Bottled Life», CH/D (2012), 90 Minuten, ist im Handel als DVD erhältlich

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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