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«Heilige Pforten»: Kein magisches Ritual, sondern Symbol für Neuanfang

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(c) Bistum St. Gallen
24.03.2016
Ein Konzept in der katholischen Kirche wird ausgeweitet.
 
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Serie: Kirchen
Thema: Kirchen
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Die Heilige Pforte ist verbunden mit der alttestamentlichen Idee das Jubeljahres, das eine sehr moderne Idee enthält: Alle 50 Jahre sollten im Volk Israel Schulden erlassen, Gefangene befreit und Besitzverhältnisse ausgeglichen werden. In den Psalmen finden wir den Ruf: Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit (Psalm 118,19). Die Heilige Pforte greift zugleich eine Symbolik auf, die dem Menschen zutiefst vertraut ist: Eine Tür hat sich geöffnet, sagen wir, wenn sich unerwartete Zukunftsperspektiven zeigen.

Offenbar ist die Idee zu dieser symbolischen Erfahrung mit der Einführung der Heiligen Jahre seit dem 12. Jahrhundert verbunden, zuerst im Pilgerort Santiago de Compostela. Institutionalisiert wurde das Heilige Jahr durch Papst Bonifaz VIII. im Jahr 1300. Seither soll die Kirche die Gläubigen etwa alle 25 Jahre daran erinnern, dass Jesus Christus die Tür zum Heil ist (Johannes 10,9). An der Papstbasilika San Giovanni in Laterano wurde eine Heilige Pforte angebracht, ebenso an den anderen päpstlichen Basiliken in Rom.

Nun hat Papst Franziskus das Heilige Jahr als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Das passt sehr gut zur alttestamentlichen Grundidee. Zugleich erinnert er an den Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren. Die Idee der Heiligen Pforten wird durch den Papst gleichsam demokratisiert: Nun soll oder darf jede Teilkirche eine Heilige Pforte in ihrer Kathedrale und in den grossen Wallfahrtsorten haben. Diese Verantwortung der Ortskirchen liegt dem Papst sehr am Herzen. (Text nach Theologie-Professorin Barbara Hallensleben von der Universität Fribourg)

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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