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Kinder – Vorbilder für Erwachsene

Vater und Tochter 7 (c) 123rf  |  (c) 123rf
23.04.2014
Kinder möchten auch ihre Eltern «erziehen».
 
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Beitrag aus: antenne mai 2014
Format: Familientipp
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Unser ganz persönliches Zeitalter fängt mit der Geburt eines Kindes an. Ein ganz besonderes Kind war Jesus. Aus der Kinderzeit von Jesus Christus wird nur wenig berichtet. Am meisten erfahren wir über die Jahre in den Evangelien von Matthäus und Lukas. Obwohl wenig aus dieser Zeit bekannt ist, löste die Geburt dieses Menschen unwahrscheinlich viel aus.

Das Weihnachtsfest ist seit bald 2000 Jahren ein Teil unserer westlichen Kultur geworden. Weihnachten ist vor allem – und trotz allem – eine Zeit für die Kinder geblieben. Jedoch ist das ganze Jahr über Kinder- zeit. Diese geliebten kleinen und grossen Mitmenschen sind für viele von uns eine alltägliche Herausforderung. Entweder als Freudenquelle, als zu Erziehende, als «Plagegeister» oder – als Vorbilder.

Erziehungszeit!
Eltern investieren viel Zeit in die Erziehung, wollen vorbildlich zeigen, wie ihre Kinder ihr Leben gestalten können. Wir erziehen sie zu allem Guten und sie – sie reagieren so, indem sie machen, was sie an uns sehen. Was oft nicht genügend realisiert wird: Kinder möchten auch ihre Eltern «erziehen». Wenn sie uns «erziehen», machen wir selten, was wir an ihnen sehen. Ihr Vorbild-sein ist auch für uns eine stetige Herausforderung.

Da gäbe es viel zu lernen. Ihr spontanes Verhalten, ihre Art wie sie denken, sich verhalten und vertrauen. Besonders an dem Vertrauen, das wir «Glauben» nennen. Das griechische Wort «pistis» wird im Neuen Testament meistens mit «Glauben» übersetzt. Aber das Wort bedeutet weit mehr, es heisst auch «Vertrauen», «Zu – trauen», «Treue». Wenn wir das Wort «Glauben» so betrachten, dann starten eigentlich alle Kinder mit viel Glauben in ihr Leben. Leider verlieren sie oft ihren Glauben, vor allem dann, wenn er nicht gefördert wird oder sie schlechte Erfahrungen machen.

Kinder haben Botschaften an uns. Nicht nur wenn sie «lieb» sind. Aber wir, die Grossen, nerven die Kleinen auch. Wir nennen das dann einfach «Erziehung».

Neuzeit!
Die Welt entwickelt sich rasant in allen Lebensbereichen. Heute können wir uns kaum vorstellen, wie die Kinderzeit noch vor einigen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten aussah.

Es gibt viele gute Literatur dazu. Und man findet eine Menge psychologische Fachwerke zum Thema Kindesverhalten und Erziehung. Es ist ein Wissensgebiet, das bereits in der Bibel vorkommt. Jesus selbst macht im Neuen Testament folgen – de Aussage: «Wenn ihr nicht wie die Kin- der werdet, könnt ihr nicht in das König- reich der Himmel eingehen» (Matthäus-Evangelium 18,3). Jesus stellt diesen Hinweis in einen ernsten Kontext und rüttelt uns auf, darüber nachzudenken. Wieso sollen wir umkehren in ein kindliches Verhalten – und vielleicht gera- de dadurch auch geistlich er wachsen werden?

Zeit für Spontaneität!
Auf unserer «durch-Kinder-genervt-sein- Skala» steht das Quengeln weit oben. Aber es sind nicht nur diese nervigen, trotzigen Verweigerungen, sondern auch ihre Aufforderungen an uns. Kinder treffen spontane Entscheidungen – besonders beim Spielen. Wir Erwachsenen tun dies eher nicht! Ein gewisser Text dazu steht in Matthäus 11,17, in dem – frei übersetzt und frei von allen theologischen Aussagen – sich Kinder beschweren: «Wir waren fröhlich und ihr stiegt nicht darauf ein! Wir waren traurig und ihr habt nicht reagiert.» Ihre spontane Art kam nicht an. Ihre Umwelt blieb stur und die Meinungen starr. Wir Erwachsene können weniger gut mit Änderungen umgehen als Kinder. Besonders in der Spontaneität des Momentes. Dabei könnte gerade ein solcher Moment des Ausstiegs aus unserem vernünftigen, antrainierten Handeln einen erfrischenden neuen Denkanstoss bieten.

Kindersprache!
Kleine Kinder sprechen spontan und ehrlich – es sei denn, dass sie mit schoggiver- schmiertem Mund behaupten, sie hätten die Schokolade nicht gegessen! Und Spitz- findigkeit, Ironie oder gar Sarkasmus ist ihnen sowieso fremd. Selbst wenn sie «Verletzendes» sagen, ist es meistens spontan und mehr eine Beobachtung als ein direkter Angriff.

Dadurch können sie uns ein Vorbild sein. Paulus schreibt an die Korinther, dass sie sich in Bezug auf das Schlechte wie unmündige Kinder verhalten sollen (1. Korintherbrief 14,20). Den Römern rät er Ähnliches (Römerbrief 12,19). Hier geht es nicht um kindliche Naivität allein, sondern auch um kindliche Ehrlichkeit, die wir nicht verlieren sollten. Ein Verhalten, das wir als Erwachsene vielleicht eine «gesunde, nicht verletzende Ehrlichkeit und Höflichkeit» nennen würden.

Kindliche Geisteshaltung!
In der Bibel lesen wir weitere Texte, die uns zu Kindern aufschauen lassen sollten. Zum Beispiel im Römerbrief, Kapitel 12 Vers 16: «Trachtet nicht nach den hohen Dingen, sondern gebt euch zu den Niedrigen hin.» Damit ist unter anderem auch die Gemeinschaft mit den Kleinen, mit Kindern gemeint. Wir könnten also viel von unseren Kindern lernen, die nicht nach gesellschaftlichem Stand, sondern nach ganz anderen Kriterien ihre Beziehungen wählen.

Im Markusevangelium 10,13–16 steht ein aufschlussreicher Text über die Geisteshaltung von Menschen, die ihre Kinder zu Jesus bringen, von den Jüngern und schlussendlich von Jesus selbst:

«Und sie brachten Kinder zu ihm, dass er sie anrührte. Aber die Jünger machten den Menschen, die sie trugen, Vorwürfe. Jesus merkte dies und wurde ungehalten darüber. Er sagte zu ihnen: ‹Lasset die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht dabei, denn ihnen gehört das Königreich Gottes. Wahrlich, ich sage euch, wer das Königreich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.› Und er nahm sie in seine Arme, legte seine Hände auf sie und segnete sie herzlich.»

Geisteshaltung mit Herz!
Es lohnt sich, diesen Text aus dem Markusevangelium etwas genauer anzuschauen: Menschen brachten ihre Kinder zu Jesus. Offensichtlich fanden sie es wichtig, die Kinder mit Jesus in Verbindung zu bringen. Vielleicht wollten die Kinder auch von sich aus zu Jesus kommen – schliesslich ist Neugierde eine kindliche Eigenschaft! Aber die Jünger fanden Kinder nicht wichtig genug für ihren vielgesuchten Meister – ganz im Gegensatz zu ihm! Deshalb betonte Jesus: «… hindert SIE nicht dabei …»

Dann lesen wir, dass Kinder mit ihrer Geisteshaltung eher in das Königreich Gottes hineinkommen als mit der Geisteshaltung der Erwachsenen. Diese Aussage ist für uns Erwachsene sehr provokativ und herausfordernd. Als Jesus sie dann in die Arme nahm, machte er etwas Besonderes mit ihnen, das allgemein mit «segnen» übersetzt wird. Das griechische Wort, das hier für segnen gebraucht wird, heisst «kataeulogeo». Es bedeutet «so gut wie nur möglich über jemanden sprechen»! Es wird im ganzen Neuen Testament nur an dieser Stelle erwähnt – hat also damit auch eine besondere Bedeutung in Bezug auf die Kinderbeziehung, die Jesus sucht. Viel – leicht sollten wir uns alle diese Art von Segnen angewöhnen und so gut wie möglich über unsere eigenen – und auch über andere – Kinder denken und reden.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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