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Himmel? – Himmel!

10.09.2013
 
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Von Peter Henning

Der Himmel ist in unserem Sprachgebrauch präsent: ein «himmlischer» Genuss, im «siebten Himmel» schweben, «himmlische» Musik hören. Wir Menschen sehnen uns nach Vollkommenheit und Perfektion – nach dem Himmel eben. Doch was bedeutet «Himmel» eigentlich, was können wir uns darunter vorstellen?

Tatsächlich – den Himmel auf Erden gibt es! Wer sucht, wird ihn finden. Zum Beispiel im Aargau das Café «Himmel-Baden », in Luzern die Modeboutique «7ter Himmel» oder die Gemeinde «Himmelried » im Kanton Solothurn. Die Himmelspforte oder Himmelstür gibt es in der
Schweiz leider nicht, dafür aber gleich mehrmals in Baden-Württemberg und in den Niederlanden. Und wer jetzt schon himmlisch wohnen will, dem seien Himmelsberg und Himmelstadt in Hessen, Bayern und Thüringen empfohlen. So nahe kann also der «Himmel» sein, ohne dass man es weiss!

Abgesehen von diesen Örtlichkeiten lebt der «Himmel» ja auch sonst in unseren Wunschvorstellungen: Im «siebten Himmel » schweben Hochzeitspaare und solche seligen Momente des Lebens lassen sich fortsetzen in Himmelsbetten für Ehepaare und Babys, im Autohimmel jährlich am Genfer Autosalon, bei himmlischen Verführungen von Torten und Pralinen fast in jeder Stadt, bei himmlischen Klängen in Kirchen und Konzertsälen sowie bei himmlischen Ferienaussichten mit himmelblauem Wetter in himmlischer Südsee!

Himmlisch = perfekt?
Vor kurzem fragte ich einen jungen Mann, was er unter «himmlisch» verstehe. Er meinte cool: «Was sich nicht mehr steigern lässt! Das unüberbietbar Perfekte und absolut Vollkommene!» Trifft diese Definition auf das zu, was wir «himmlisch» nennen? Wohl kaum, denn so absolut schön, glänzend, wunderbar oder super wir etwas für einen Augenblick empfinden mögen, so genau wissen wir: Das ultimativ perfekt Vollkommene war und ist es noch nicht. Und doch vergleichen wir ständig dieses und jenes mit «himmlisch- paradiesischer Glückseligkeit ohne Ende». Denn wir sehnen uns nach «einem Stück Himmel auf Erden» und würden diese seligen Momente in Kunst und Festkultur, in religiösen Feiern und imposanten Naturerlebnissen, im Liebesglück und Ferientraum am liebsten für immer festhalten. Weil uns der Himmel offensichtlich fehlt, schaffen wir uns wenigstens kurze himm lische Genüsse!

Aber wovon reden wir denn da eigentlich? Gibt es den Himmel überhaupt? Die Frage drängt sich auf, weil ja viele immer noch daran glauben, dass einmal die Seele den verstorbenen Körper verlasse und in den Himmel schwebe. Oder dass uns Engel im Himmel bewachen würden. Oder dass der Himmel nur für gute Menschen reserviert sei. Oder dass Gott im Himmel wohnen würde. Oder dass im Himmel das Paradies sei. Besonders beeindruckt mich in diesem Zusammenhang der Begriff «Himmelfahrtskommando », laut Duden ein Kriegsbefehl, der den Ausführenden das Leben kosten kann. Da wird ein schrecklicher Auftrag in der Hoffnung schöngeredet, dass sinnloses Sterben wenigstens im Himmel belohnt wird.

Sehnsucht nach Himmel
Der Himmel – also ein Sehnsuchtsbegriff. Warum aber gibt es diese himmlische Perspektive in allen Kulturen und Völkern? Sind das nur Wunschträume, Utopien und Illusionen mit einem gewissen therapeutischen Wert? Wohl kaum, denn uns bewegt lebenslang ein tiefes Heimweh nach einer guten Welt, denn unbewusst ahnen wir, dass wir unser Leben einem «Gott im Himmel» verdanken. Diese Sehnsucht nach dem absolut Guten ist ein untrügliches Zeichen für die Existenz des Himmels und wird seit alters her zur Religion als dem Versuch, sich wieder an Gott zurückzu binden. Viele Gebete sind deshalb oft ein Notschrei nach Gottes Heil, das wir verloren haben. So wie im Adventslied «O Heiland, reiss die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf. Reiss ab vom Himmel Tor und Tür, reiss ab, wo Schloss und Riegel für» (KG 361). Die Weltgeschichte ist ja voller «Schloss und Riegel», gefangen in einem dauernden Widerstreit zwischen Gut und Böse, Frieden und Krieg, Liebe und Hass. Die Erde wird immer dann zum Schlachtfeld zwischen Himmel und Hölle, wenn sich der Mensch anmasst, das «Paradies auf Erden » ohne Gott herzustellen. Bis heute brachten solche Ideen alles andere als himmlische Zustände. Der machthungrige Egoist schafft als gottloser Übermensch immer nur höllische Zustände auf Kosten von Mensch und Schöpfung.

Nur wenige finden sich damit ab und nehmen das apathisch als schicksalhaftes  «Sein zum Tode» hin. Die meisten sehnen sich nach göttlichem Frieden, wie der Boom religiöser  Spiritualität beweist. Der Himmel ist und bleibt gefragt!

Gemeinschaft mit Gott
Die Bibel als Urdokument jüdisch-christlichen Glaubens erzählt in vielen Bildern und Vergleichen von der himmlischen Welt Gottes: Sie sei zwar unsichtbar, aber schon gegenwärtig als Vollendung unserer raumzeitlichen Weltgeschichte sowie unseres persönlich-individuellen Lebens. Gottes Himmel begleite uns in ewiger Gleichzeitigkeit, sei also nur für unser zeitliches Empfinden «Zukunft».

Interessant sind die biblischen Beschreibungen dafür, was der Himmel bietet und ist: Ein «totales soziales Wunder», nämlich die vollkommen gelingende Gemeinschaft mit Gott und untereinander. In seiner Verbannung sah der alte Johannes das in einer Vision: «Die Wohnung Gottes unter den Menschen, denn Gott wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott wird bei ihnen sein …» (Offenbarung 21,3). Der Himmel als ein ungetrübtes Leben in gelingender Gemeinschaft, vergleichbar mit einem fröhlich-unbeschwerten (Hochzeits-)Mahl, mit einer perfekt funktionierenden schönen Stadt oder mit der herrlichen Liturgie aller friedlichen Menschen aller Zeitalter! Die so oft besungene  biblische Metapher «himmlisches Jerusalem» will genau diese vollkommene Sozialität und Kommunität beschreiben, nach der wir uns letztlich alle sehnen! Diese Bilder und Vergleiche wollen uns mitteilen, dass wir bereits – sofern wir uns dem Boten Gottes, Jesus Christus, anvertrauen – Bürger des Himmels sind, jetzt schon und über unseren Tod hinaus.

Himmel hier auf Erden
Jetzt schon? Christen können tatsächlich «etwas Himmel» erfahren, z. B. als beglückende Entlastung in Konflikten und Verletzungen, weil sie  im Geist Jesu agieren können. Petrus war bei einem lästigen Mitmenschen mit seiner Geduld am Ende und fragte Jesus entnervt: «Reicht es nicht endl ich, wenn ich siebenmal vergeben habe?» Und Jesus antwortete überraschend: «Nicht nur sieben, sondern siebzig mal sieben  Mal!» Himmel «geschieht» also dort, wo mich Gottes Liebe aus der Spirale von Hass und Gegenhass, Gewalt und Gegengewalt dazu befreit, das Böse mit Gutem  zu überwinden. Jesus hat das nicht nur gelehrt, sondern am Kreuz praktiziert, als er betete: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.» Tatsächlich, Orte mit «himmlischen Namen » und «himmlischer Atmosphäre» gibt es auf Erden. Allerdings: Nachhaltiger ist der Himmel schon dort erfahrbar, wo mich Gottes Heiliger Geist für die dienende Gottesliebe und eine friedlich-versöhnliche Grundhaltung befreien kann. Jesus nennt diese Leute in der Bergpredigt «glückselig », denn sie erleben bereits ansatzweise den von Gott verheissenen ewigen Himmel:
• Die herrliche, befreiende Versöhnung und entlastende Begnadigung!
• Den vollkommenen universalen Frieden mit dem dreifaltigen Gott!
• Die von Schmerz, Leid, Tränen und teuflischer Verführung erlöste Welt!
• Die vollendete, vorbehaltlose Gemeinschaft mit Gott und untereinander!

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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