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Stille. Und jetzt?

Frau blickt in einem Wald zu Bäumen hoch
Stille des Waldes | (c) Michael L/Unsplash
14.04.2021
Ohne das Schweigen laufen wir Gefahr, uns im Äusseren und Äusserlichen zu verlieren.
 

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Von Ruedi Josuran

Es war dunkel und kalt geworden auf einem abgelegenen Bahnhof. Ich hatte einen intensiven TV-Drehtag hinter mir. Hatte das Bedürfnis, über das Erlebte und die besonderen Momente mit jemandem zu sprechen. So bin ich eben. Ich muss Erlebtes teilen. Wen könnte ich anrufen? Auf dem Bahnsteig war kaum jemand. In Zeiten von «Social Distancing» auch nicht das ideale Feld für Begegnungen. «Sprich doch mit Gott …» Plötzlich war der Gedanke da. Als Einladung. Spontan fing ich das Gebet an mit der Frage: «Hast Du kurz Zeit für mich, Jesus?» Ich überraschte mich auch selbst damit. «Habe ich Platz in Deiner Agenda? Hast Du nichts Wichtigeres, als mir gerade zuzuhören?» Irgendwann in der Stille des Abends war da zwar keine akustisch hörbare Antwort, aber doch Gewissheit. Und die Frage brauchte keine Antwort mehr.

Die Bibel ist voll mit Geschichten, in denen Gott mit Menschen in Kontakt tritt. Er will Gemeinschaft mit uns Menschen, seinen Geschöpfen, er will mit uns in Beziehung leben, und am deutlichsten wird diese Sehnsucht Gottes, indem er selbst in seinem Sohn Jesus Mensch wird. Gott tut alles, um mit uns in Beziehung zu kommen!

Ein wichtiges Kennzeichen einer guten Beziehung ist Kommunikation. Ich kann nur mit jemandem eine Beziehung haben, wenn ich mich darauf einlasse. Wenn ich rede und höre. Und da Gott mit uns Beziehung haben möchte, kommuniziert er mit uns.

Wie spricht nun Gott zu uns Menschen? Entscheidend ist sich bewusst zu sein: da ist ein Gott, der geheimnisvoll ist, aber einen Weg zu uns findet. Da geht es nicht um die richtige Gebets-Technik oder -Methode.

Die Schwierigkeit ist viel eher, dass wir Menschen oft gar nicht bereit sind, Gott zu hören. Denn zu einer guten Kommunikation gehört nicht nur Reden, sondern auch Zuhören. Und um Zuhören zu können, brauche ich Aufmerksamkeit und Konzentration. Das gilt auch für meine Kommunikation mit Gott.

Dort, wo Menschen ihre Einsamkeit spüren und annehmen, können sie zugleich eine tiefere Form von Angenommensein und Verbundenheit erleben: Ich bin angewiesen auf ein grösseres Du. Ich ersehne eine umfassende Liebe, wie sie Menschen gar nicht geben können. Diese Sehnsucht nach innerer Heimat, nach Verstanden werden und Gemeinschaft wird zum Türöffner, der Menschen ahnen lässt, dass Gott selbst und Gott allein diesen Durst nach Liebe stillen kann. Der Bahnsteig war meine Wüste. Ich musste mich selber aushalten. Reden, aber auch Schweigen. Ohne das Schweigen laufen wir Gefahr, uns im Äusseren und Äusserlichen zu verlieren. Wir leben mit einem Hintergrundrauschen, das nie aufhört: der Lärm der Autos und Züge, mein Handy mit den vielen Angeboten, einen Geräuschpegel zu entfachen.

Wenn ich in die Stille gefunden habe, dann verstummen die Stimmen, die etwas von mir wollen und mich immer weiter jagen: die Stimme des Ehrgeizes oder der Konsummaschinerie. Die inneren Antreiber, die manchmal in frommem Gewand daherkommen. In der Stille erlebe ich, dass ich einfach da sein darf, ohne etwas leisten oder machen zu müssen. Niemand will etwas von mir. Diese Stille wird für mich zum Raum, in dem ich Gottes Gegenwart erahnen kann.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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