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Annahme ermöglicht Veränderung

Michelle Boss
Michelle Boss
15.03.2021
Menschen finden oft Zugang zu ihrer «kaputten» Persönlichkeit.
 
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Von Michelle Boss

Es ist eine Berufskrankheit: Wenn in Gesprächen von Menschen die Rede ist, die Schwierigkeiten überwunden haben oder die eine eindrückliche, positive Wandlung erlebten, dann horcht meine innere Journalistin auf.

Oft stört mich das. Schliesslich möchte ich den Menschen in meinem Umfeld nicht nur aus beruflichem Interesse zuhören. Und doch, ab und zu lässt mich eine Geschichte nicht in Ruhe, und ich komme später noch einmal darauf zurück. So sind schon viele berührende, tiefgehende Talks entstanden.

Wir «Talker» sind stets auf der Suche nach Brüchen. Schwierige Lebensumstände, Versagen, abrupte Richtungsänderungen oder Umwege auf dem Lebensweg; das alles ergibt spannenden Gesprächsstoff.

Auch in Büchern, Filmen oder Fernsehserien faszinieren mich schwierige Charaktere weitaus mehr als stromlinienförmige Helden. Die spannendsten Figuren sind jeweils Menschen, die aufgrund widriger Lebensumstände ein selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag legen, die eine harte, unnahbare Fassade aufgebaut haben, um sich zu schützen. Sie sind «Wracks» und bezeichnen sich in der Regel selbst als kaputt.

Menschen finden oft Zugang zu ihrer «kaputten» Persönlichkeit. Sie lernen diese anzunehmen, mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten, mit aller Verletzlichkeit. Und dieses Angenommensein ermöglicht in vielen Geschichten Schritt für Schritt eine erstaunliche Veränderung.

Dasselbe Motiv zieht sich auch durch das Leben vieler unserer Talkgäste. Irgendwann in ihrem Leben – oft im tiefsten Elend – sind sie auf die Tatsache gestossen, dass Gott sie annimmt. So wie sie sind. Mit all ihren Fehlern, ihren Verletzungen, ihren Schutzmechanismen, ihrer Disfunktionalität – eben kaputt. Oft sind an dieser Erfahrung auch Menschen beteiligt, die an Gott glauben. Und die mit seiner Hilfe etwas von Gottes bedingungsloser Annahme spürbar machen.

Durch dieses Angenommensein wird das schier Undenkbare möglich: Die junge Frau mit Essstörungen lernt, sich selbst und ihren Körper gern zu haben. Der grosskotzige Manager wird demütig. Das Ehepaar, welches in einer Spirale von Hass und Gewalt gefangen ist, findet neue Liebe und einen neuen Umgang miteinander. Wenn Menschen sich von Grund auf verändern, ist das für mich eines der grössten Wunder überhaupt.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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