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Wo ist er denn, der Friede auf Erden?

Weihnachtsgeschichte mit einem Engel zum Ausdrucken, Vorlesen und Nachdenken.
Weihnachtsgeschichte mit einem Engel - Friede auf Erden | (c) unsplash, Louis Maniquet
26.10.2018 | Autor Wolfgang Steinseifer
Ein abwechslungsreiche Weihnachtsgeschichte mit dem kleinen Engel Tobias.
 
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2000 Jahre später…

«Gabriel?» der kleine Engel Tobias hatte sich von hinten an seinen Lehrmeister herangeschlichen. Sie kannten einander schon seit Urzeiten, Tobias und der Erzengel Gabriel. Sie hatten die Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung und den Menschen von Anfang an gespannt verfolgt. Viel später hatte Gabriel Maria ankündigen dürfen, dass sie die Mutter des Erlösers sein würde. Die beiden Engel hatten miterlebt, wie Gott als kleines, hilfsbedürftiges Baby Mensch geworden war.* Und immer und immer wieder hatte der erfahrene Gabriel dem kleinen Tobias geduldig erklärt, was dieser nicht verstand. Auch jetzt war Tobias ein einziges Fragezeichen.

«Gabriel ... weisst du noch, wie das vor über zweitausend Jahren war? Das mit Maria und Josef und dem Kind und den Hirten? Weisst du noch, wie wir Engel gejubelt haben: ‚Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und dem Menschen ein Wohlgefallen‘? Weisst du noch ...» «Halt, halt, Tobias!», lachte Gabriel. «Natürlich weiss ich das noch. Schliesslich war das der Beginn eines ganz neuen Kapitels der Geschichte Gottes mit seinen geliebten Menschen. Aber warum fragst du?»

Der kleine Engel, der unter den himmlischen Gottesboten für seine ansteckende Fröhlichkeit bekannt war, machte jetzt ein bekümmertes Gesicht. «Was bedrückt dich, lieber Freund?» «Nun ja ...», druckste Tobias herum. «Ich zweifle nicht an der Weisheit und Macht unseres Gottes, aber ich frage mich doch ...» Er hielt sich die Hand vor den Mund, als hätte er Angst, auszusprechen, was ihn plagte. «Na komm, Kleiner, heraus mit der Sprache!»

«Also –», Tobias gab sich einen Ruck. «‚Frieden auf Erden‘ haben wir Engel gesungen. Und du hast eben gesagt, mit dem, was damals, vor über 2000 Jahren, in Bethlehem geschah, hätte ein neues Kapitel der Geschichte Gottes mit den Menschen begonnen. Aber ... wo ist er denn, der Friede auf Erden? Was ist denn wirklich neu geworden bei den Menschen?

Viele von ihnen feiern jedes Jahr ein Fest, das sie "Weihnachten" nennen. Sie feiern dabei den Geburtstag von Jesus, sagen sie. Doch lassen sie sich wirklich anstecken von dem, was damals geschehen ist? Bei jenem ersten "Weihnachtsfest"?»

Gabriel nickte. «Du fragst dich, warum die Welt immer noch nicht so ist, wie Gott sie haben will. Obwohl Gott Mensch geworden ist und als Mensch unter den Menschen gelebt hat.» «Ja, genau», nickte Tobias. «Unser vollkommener Gott könnte doch dafür sorgen, dass die Welt wieder so vollkommen ist, wie er sie ursprünglich geschaffen hat. Er könnte alles Böse und Schlechte aus der Welt ausrotten. Warum tut er es nicht?

Ich habe mich in den letzten Wochen wieder mal auf der Erde umgeschaut. Dabei habe ich viel Schönes gesehen. Viel Liebe und Güte unter den Menschen. Aber ich habe auch Dinge gesehen, die entsetzlich waren. Gerade in den vergangenen Wochen habe ich zum Beispiel Hunderte von Flüchtlingen gesehen, die im Meer ertrunken sind. Warum lassen Menschen das zu? Warum greift Gott nicht ein? Ich habe Männer gesehen, die Frauen missbraucht und misshandelt haben. Wie können Menschen einander das antun, ohne dass Gott dazwischenfährt? Ich habe ...»

«Ach, Tobias», unterbrach Gabriel ihn. «Glaubst du, Gott sei das gleichgültig? Aber stell dir mal vor, Gott würde alles Unvollkommene, alles Schlechte aus der Welt ausrotten! Stell dir vor, Gott würde alle Menschen, die nicht so sind, wie er sie gemeint hat, vernichten ...» «Das wäre doch grossartig, Gabriel! Dann gäbe es nichts Böses mehr in der Welt!»

«Stimmt, Tobias. Es gäbe nichts Schlechtes mehr. Es gäbe nämlich überhaupt nichts mehr. Wenn Gott alles ausmerzen würde, was nicht genauso vollkommen ist wie er selbst – gäbe es dann noch einen einzigen Menschen auf der Erde? Und die Erde selbst, dieser wunderschöne Planet, den unser Gott vollkommen geschaffen hat und den die Menschen verdorben haben: würde er noch existieren, wenn Gott alles Unvollkommene vernichtet hätte?»

Auf Tobias‘ Stirn erschienen tiefe Falten. So hatte er das noch nie gesehen; das musste er erst einmal verdauen.

Nach einer Weile zuckte er mit der Schulter. «Ich verstehe das immer noch nicht, Gabriel. Wenn Gott das Böse und das Unrecht nicht ausrottet, dann bleibt ja alles, wie es ist. Dann hat sich ja überhaupt nichts verändert, seit Gott als Mensch auf die Erde gekommen ist; und dann wird sich auch nichts ändern.»

Gabriel schüttelte den Kopf. «Nein, Tobias, Gott hat versprochen, dass er einmal die Welt und das ganze Universum, Himmel und Erde, ganz neu schaffen wird. Dann wird alles vollkommen sein, so vollkommen, wie es Gottes Wesen entspricht.» «Und warum hat Gott das nicht längst gemacht?»

Jetzt musste sogar Gabriel, der Erzengel, lange überlegen. Schliesslich meinte er zögernd: «Weisst du, Tobias, in alle seine Pläne hat Gott uns Engel nicht eingeweiht. Ich kann deine Frage nicht mit Sicherheit beantworten. Ich will dir aber sagen, was ich vermute. Unser Gott ist die Liebe. In ihm ist Liebe, nichts als Liebe. Er leidet darunter, dass sich viele Menschen von ihm losgesagt haben. Er leidet darunter, dass sie einander so viel Leid zufügen. Darum ist er Mensch geworden, hat in der Person von Jesus als Mensch unter den Menschen gelebt. Er hat gelitten, wie Menschen leiden, hat ihre Krankheiten und ihre Schmerzen geteilt, hat sich als Verbrecher hinrichten lassen.»

«Und was wollte er damit erreichen?», hakte Tobias nach.

«Gott wollte die Menschen mit sich versöhnen. Er wollte die Herzen der Menschen gewinnen. Und weil er sich nach allen Menschen sehnt, sehnt er sich auch nach den Menschen, die heute leben. Deshalb – so vermute ich – hat er seine neue Welt nicht vor 2000 Jahren anbrechen lassen. Er will auch noch die Menschen in seiner neuen Welt willkommen heissen, die heute leben und morgen und übermorgen.»

Tobias sah seinen Begleiter staunend an. «Was – so sehr liebt Gott die Menschen, jeden einzelnen Menschen, dass er jeden in seiner neuen Welt ganz nah bei sich haben möchte? Er sehnt sich danach, dass sich alle Menschen mit ihm versöhnen, dass sie die Hand ergreifen, die er ihnen liebevoll entgegenstreckt?»

Gabriel nickte. «Ja, so sehr liebt Gott diese Welt. Alle Menschen. Das feiern die Christen an dem Fest, das sie Weihnachten nennen. Gott ist nicht als mächtiger Herrscher in die Welt gekommen, nicht als Unterdrücker, der seinen Willen mit Gewalt durchsetzt und vor dem die Menschen zittern.

Nein, er ist als kleines Kind geboren worden, als hilfloses Baby. Und wer kann Menschenherzen besser erweichen als ein solches Kind? Gottes Rettungsplan für die Welt hat ganz klein und unscheinbar begonnen. Und weisst du was, Tobias? So klein und unscheinbar beginnt auch der Friede auf Erden bis zum heutigen Tag.

Nicht in grossen Aktionen und Programmen, nein, in kleinen Zeichen der Liebe, die Menschen einander erweisen.

Da ist das Kind, das seiner Mutter eine Zeichnung schenkt, weil es sie liebt. Da ist die Erwachsene, die sich überlegt, wie sie anderen mit dem Wenigen, was sie hat, eine Freude machen kann. Da ist der Jugendliche, der sich Gedanken macht, womit er seine Freundin oder seinen Freund überraschen kann – an Weihnachten und auch sonst.

Kleine Zeichen der Liebe und Wertschätzung, die das Wesen Gottes widerspiegeln, der die Liebe ist. Und das alles in der grossen Freude darüber, dass Gott uns in Liebe so reich beschenkt hat. Das ist Weihnachten. Und so kann man Weihnachten das ganze Jahr über feiern.»

 

Mehr darüber in dem Buch Gabriel und Tobias. Zwei Engel im Advent. Zu beziehen bei ERF Medien, Pfäffikon ZH

 

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