Die erste Schweizer Studie zu Geschwistern von Menschen mit Behinderung oder einer schwereren Krankheit, initiiert vom Verein Raum für Geschwister (VRG) und der Hochschule Luzern (HSLU), untersucht ihre Lebenssituation anhand einer Literaturrecherche, einer quantitativen und einer qualitativen Befragung.
Die Ergebnisse zeigen, dass familiäre und finanzielle Faktoren die Wahrnehmung der Geschwisterrolle stark beeinflussen. Während die enge Bindung zum beeinträchtigten Geschwisterkind als Ressource empfunden werden kann, stellt sie zugleich eine Belastung dar. Entscheidend für das Wohlbefinden sind elterliche Unterstützung, gemeinsame Zeit und offene Kommunikation.
Als hilfreiche Massnahmen gelten Gespräche mit Aussenstehenden und die Möglichkeit, eigene Hobbys auszuüben. Auf Basis der Studie wurden erste Geschwistergruppen gegründet und ein Fachlehrgang zur professionellen Begleitung etabliert. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für den weiteren Ausbau gezielter Unterstützungsangebote.