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Jedem Neuanfang geht eine Erschütterung voraus

Ruedi Josuran
Ruedi Josuran
18.01.2021
Herausforderungen und Krisen können Einladungen sein, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu beginnen.
 
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Bilanz ziehen. Standortbestimmung machen. Nicht wenige meiner Talk- Gäste im «Fenster zum Sonntag» oder Radio Life Channel fragen sich an einem bestimmten Punkt im Leben, ob sie alles richtig gemacht haben. Ob sie gelebt haben, nicht nur gelebt wurden. Im Lebens-Drehbuch dieser Menschen war vieles nicht so vorgesehen. Sie bekamen häufig vom Körper Hinweise. Diese wurden aber als lästige Störmanöver verdrängt. Später zeigten sich gerade solche Signale als wertvolle Informationen. Sie wurden dann auch in der Nachbetrachtung zu Kompetenzen in eigener Sache.

Herausforderungen, Krisen können Einladungen sein, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu Beginnen.

Das Neue birgt immer ein grösseres Risiko als Altbewährtes
Wer vom Auswandern träumt, fürchtet zugleich, an einem neuen Ort keine Freunde oder keinen Job zu finden. Wer seinen Job kündigen möchte, hat gleichzeitig Sorge, arbeitslos zu werden. Und wer sich von seinem Partner trennt, befürchtet, auch auf den verschiedensten Partner-Plattformen nie mehr fündig zu werden.

In Entscheidungssituationen lassen sich die meisten Menschen von der Furcht vor dem Scheitern viel stärker beeinflussen als von der Freude auf Neues. Der Misserfolg hat ein schlechtes Image. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett bezeichnete das Scheitern einmal als das «grosse Tabu» der Moderne. Dabei dient gerade das Scheitern, der absolute Tiefpunkt, als wichtiger Wegweiser: Nur, wenn man sich ehrlich eingesteht, dass man in eine Sackgasse gelaufen ist, kann man auch wieder zur richtigen Route zurückfinden. Jedem Neuanfang geht eine Erschütterung voraus. Das Wort «anfangen» kommt von anpacken, anfassen, in die Hand nehmen.

Ich gestalte, mache mutige Schritte. Ich höre auf, darüber zu jammern, dass ich durch meine Erziehung oder durch meine Veranlagung festgelegt bin.

Ich kann immer neu anfangen.
Ich kann das, was mir als «Lebensmaterial » vorgegeben ist, in die Hand nehmen und gestalten. Dieses Lebensmaterial ist meine Lebensgeschichte, es besteht aus meinen Stärken und Schwächen, meinen Erfahrungen von Geborgenheit und Selbstvertrauen, aber auch meinen Verletzungen und Kränkungen.

Was mich bei unzähligen Begegnungen mit TV- oder Radio-Gästen berührt: Irgendwann haben sie in der Begegnung mit Jesus Versöhnung gefunden. Versöhnung mit Gott, mit anderen und mit sich. Da muss ich an Thomas denken. Auch bekannt als der Zweifler oder der Ungläubige. Generell erfahren wir in der Bibel recht wenig über diesen Mann, der zu den zwölf Jüngern Jesu gehört. Was mir aber bleibt, ist: Erst, als der Auferstandene ihm die Wundmale zeigt, vermag er sein Glaubensbekenntnis auszurufen: «Mein Herr und mein Gott!».

«Verletzt sein» gehört zum «Mensch sein»
Jesus, der Sohn Gottes, hätte nach seiner Auferstehung die Wunden, also die Erinnerung an seinen grausamen Tod am Kreuz, verschwinden lassen können. Er hätte die Macht gehabt, sie wegzuwischen, sie mit göttlicher plastisch-chirurgischer Kunst unsichtbar zu machen. Gottes Sohn tut es nicht: Jesus nimmt sein ganzes Menschsein – auch mit seinen Verletzungen und Verwundungen – mit hinein in die Auferstehung. Gerade seine Wundmale sind der Beweis, dass er in seiner Auferstehung alles Menschliche in die Erlösung mithineingenommen hat. Alles darf sein. Gott kommt klar damit.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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