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Gott ist … am Tanzen

Tanzende Füsse eines Paares
Tanzende Füsse eines Paares | (c) 123rf
16.03.2020
Das Bild eines tanzenden Paars vereinigt zentrale Eigenschaften Gottes.
 
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Lange Zeit löste das Stichwort «Tanzen» akute Fluchtgedanken bei mir aus. Doch dann wurde es zu einem faszinierenden Bild für Gottes Eigenart, das gleich mehrere meiner einseitigen Gottesvorstellungen korrigierte.

Wie kommt man auf die Behauptung, dass Gott tanzt? In der Bibel steht schliesslich nichts von einem das Tanzbein schwingenden Schöpfer, und auch im Leben von Jesus finden wir weder Tango noch Walzer. Trotzdem glaube ich, dass das Bild eines tanzenden Paars zentrale Eigenschaften Gottes vereinigt, wie die Bibel ihn beschreibt:

Gott ist mehr als einer: Wir kennen die Lehre der Trinität, aber oft bleibt sie ein leerer Schatten, ein verlegen gemurmeltes Bekenntnis. Meistens reden wir von Gott in der Einzahl. Beim Tanzen gibt es jedoch ein Hin und Her. Der eine Partner schwingt den anderen herum und dessen Schwung schwingt zurück. Wenn wir zuhören, wie Jesus Christus mit seinem Vater im Himmel redet, wie es beiden darum geht, den anderen gross zu machen (ein Paradebeispiel ist das Gebet in Johannes 17), spürt man: Diese Gemeinschaft ist Gott – gerade zusammen in diesem Hin und Her sind sie es.

Gott ist dynamisch: Viele unserer Gottesbilder sind statisch. Gott auf dem Thron. Der regierende König. Der ewig Gleichbleibende. Diese Bilder drücken Wahrheit aus, aber sie haben auch ihre Schlagseiten (wie alle Bilder sie haben). Eine davon ist, dass bei Gott nichts geschieht, alles immer gleich ist. Doch wenn in Gott wirklich Leben ist, dann ist auch Bewegung, Schwung, Kraft. Ein tanzendes Paar drückt diese Dynamik treffend aus.

Gott ist Hingabe: Bei einem Tanzpaar dreht nicht jeder um sich selbst, sondern jeder um den anderen. Genau so ist Gott. Der Tanz durchbricht die beiden Holzwegideen, dass Gott diese Welt entweder aus Selbstverherrlichung (als bräuchte er die Bewunderung der Schöpfung) oder aus Verzweiflung (als wäre er sonst einsam und gelangweilt) geschaffen habe. Der (seit Ewigkeit) tanzende Gott brauchte die Welt nicht. Vielmehr ist er so hingegeben und begeistert, dass er den Raum öffnet und eine Welt schafft, um sie in diesen Tanz der Hingabe einzuladen.

Gott ist schön. Wenn ich ein anmutig tanzendes Paar sehe, wie sich aus der gegenseitigen Hingabe der Partner eine Dynamik ergibt, die zum Klang der Musik drehend durch den Raum wirbelt und dabei eins ist, ohne die einzelnen Personen ineinander aufzulösen, dann ist das von einer atemberaubenden Schönheit. Es lässt mich Zeit und Raum vergessen und bringt mich zum Staunen. Kein «Ich muss» oder «Du solltest», sondern einfach schön.

Diese hingebungsvolle, dynamische Schönheit Gottes hat sich unübertrefflich in der Menschwerdung, dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus gezeigt – dem dramatischsten und schmerzvollsten «Tanzschritt» Gottes, den er rein deshalb gewagt hat, um uns aus unserer Erstarrung, aus unserem Drehen um uns selbst zu reissen und uns wieder aufs Parkett zu bringen.

Das Bild des tanzenden Gottes ist für mich nicht bloss eine nette Theorie. Es bringt mich mitten im Alltag dazu, einen nächsten Schritt zu wagen. Anstatt den Drehpunkt des Lebens in der eigenen Achse und dem Anhäufen von Reichtum oder Wahrheit zu suchen, mich auf die Tanzfläche zu begeben und verschenkend auf das Gegenüber einzulassen – sei das die Gesellschaft, die Kirche, den Migranten, die Ehefrau oder das quengelnde Kind, das eine frische Windel braucht. Als ob Gott darin seinen Arm ausstreckt und fragt: Darf ich bitten?

 

Zur Person

Christian Ringli (41) lebt mit seiner Familie in Burgdorf und arbeitet als Pastor in der BewegungPlus. Trotz mehreren Jahren Tanzkurs kann er in der Hüfte noch etwas lockerer werden …

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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