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9. Gebot

Verlässliche Worte

«Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden» (Sprüche 18,21). Worte haben Macht. Sie stürzen Regierungen und mobilisieren Massen. Worte verurteilen und sprechen frei, sie zerstören und bauen auf. Deshalb ist es nicht egal, was Du sagst: Deine Worte entscheiden über das Leben Deiner Mitmenschen und über die Qualität der Gesellschaft. Wenn die Wahrheit verdreht wird, kommt das Rechtssystem ins Wanken. Das Unrecht, das durch Wahrheit eigentlich ans Licht kommen sollte, wird durch Lügen gedeckt. So wie Wahrheit das Recht fördert, so fördert Lüge das Unrecht.

Das neunte Gebot setzt diesem «Lüge-Unrecht- System» den «Wahrheit-Recht-Kreislauf » entgegen: «Du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten» (2. Mose 20,16). Ich und Du – wir alle sind in die Pflicht genommen, uns als zuverlässige Zeugen für Gerechtigkeit einzusetzen. Niemand soll falsch beschuldigt werden – und kein Unrecht soll durch Lüge vertuscht werden. Denn Wahrheit schützt das Recht und beendet das Unrecht.

Die Verlockung ist gross, die Wahrheit zu manipulieren: Gerne stelle ich meinen Anteil am Erfolg etwas grösser dar, als er ist. Es liegt mir nahe, bei fremden Fehlern zu übertreiben und die eigenen kleinzureden. Es ist nicht schwierig, Konkurrenten durch Falschinformationen zu diskreditieren. Das Sprichwort «Wes Brot ich ess, des Lied ich sing» benennt die Versuchung, das Unrecht von Menschen zu verschleiern, von denen man abhängig ist. Das Motiv solcher Wahrheits-Verdreher ist leicht erkennbar: Ich erhoffe mir einen eigenen Vorteil. Das ist kurzfristig und egoistisch gedacht.

Wenn ich über meine Nasenspitze hinaussehe, wird mir klar: Nein, ich will nicht in einer Welt des Misstrauens, der Lüge und des Unrechts leben – sondern in einer Welt, in der wir einander vertrauen und uns aufeinander verlassen können. Deshalb will ich nicht wegen kurzfristigem Vorteil die Wahrheit verdrehen. Das braucht Rückgrat. Denn wenn ich als wahrer Zeuge auftrete, bin ich auch bereit, damit verbundene Nachteile in Kauf zu nehmen und zum Wohl der andern auf den eigenen Vorteil zu verzichten.

Nachfolger von Jesus zeichnen sich durch Worte aus, auf die man sich verlassen kann. Diese Worte sind so zuverlässig, dass deren Wahrheit nicht noch extra beschwört werden muss. So sagt es Jesus selber:

«Weiter habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst keinen Meineid schwören, sondern dem Herrn deine Eide einlösen. Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören […] Euer Ja sei ein Ja, und euer Nein sei ein Nein.» (Matthäus 5,33–37) So soll es sein!

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