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Küssendes Paar auf Brücke | (c) dreamstime

Sehnsucht Liebe, Endstation Scheidung

Königin Elizabeth II. und ihr Prinz Philip feiern dieses Jahr ihr 70-jähriges Hochzeitsjubiläum. Man nennt das auch Gnadenhochzeit. Sollten die beiden noch weitere fünf Jahre leben, könnten sie die Kronjuwelenhochzeit feiern. Das wäre dann wahrlich ein königliches Fest. Das Königspaar steht allerdings nicht nur für eine langjährige Ehe, sondern auch für eine gelungene Beziehung.

70 Jahre – eine richtige Rarität, wenn man einen Blick auf die Scheidungsquoten wirft. Mit einer Scheidungsquote von rund 52 Prozent zeigt sich die Schweiz als eines der scheidungsfreudigsten Länder Europas. Dies wiederum bedeutet, dass diese Beziehungsdramen wahre Goldgruben sind für Anwälte, Paartherapeuten und Scheidungsspezialisten. Kein Wunder also, sitzt ein Millionenpublikum jeweils vor den TV-Geräten, wenn wieder irgendein Promi oder irgendwelche Königskinder heiraten. Hinter all diesen gross inszenierten Hochzeiten steckt die Sehnsucht nach dieser einen, unvergänglichen, ewig dauernden Liebe.

70 Jahre – wer so lange zusammenbleibt, muss gute Gründe haben. Wer so lange gemeinsam durchs Leben geht, kümmert sich nicht nur um die eigene «Ich-GmbH». Das sind Menschen, die Sorge tragen zur Liebe ihres Lebens.

Liebe fällt einem zwar in den Schoss, aber dort bleibt sie nicht
Ein junges Pärchen fragte ein älteres Ehepaar, wie sie es geschafft hätten, 60 Jahre verheiratet zu sein. Ihre Antwort: «Wir lebten unsere Ehe noch zu einer Zeit, in der man Kaputtes reparierte und nicht einfach wegwarf. »

Viele fragen sich, ob ihre Ehe noch zu retten ist. So vieles ist in den vergangenen Beziehungsjahren schiefgelaufen. Wenn wir ältere Ehepaare sehen, die verliebt auf einer Parkbank sitzen, wirken diese beiden beinahe wie ein leibhaftiges Inventar aus einem Museum. Und doch scheinen diese Menschen vieles richtig gemacht zu haben. Die durchschnittliche Ehe dauert heute ungefähr 14 Jahre, danach scheint das Credo «Bis dass der Tod euch scheidet» hinfällig zu sein. Doch bis zur Scheidung gibt es viele Momente, in denen man das Eine oder Andere hätte besser machen können. Mann und Frau beginnen achtlos aneinander vorbei zu leben, die Partnerschaft hat keinerlei Reize mehr und der Seitensprung ist eigentlich nur eine logische Konsequenz der verloren gegangenen grossen Liebe für das ganze Leben.

Ich erinnere mich gut an eine Sequenz aus dem Buch «Geld und Geist» von Jeremias Gotthelf. Zugegeben, ein alter «Schunken», der auf einem währschaften Bauernhof im Emmental spielt. In diesem Buch gibt es ein älteres Ehepaar, das jeden Abend gemeinsam das «Vaterunser» betete. War etwas zwischen ihnen, wurde das besprochen, bis sie wieder fähig waren, dieses Gebet gemeinsam zu sprechen. Bis zu jenem Zeitpunkt als Streitigkeiten, Missgunst, Intrigen und Bösartigkeiten auf dem Hof das Paar auseinandertrieben. Statt des gemeinsamen Gebets, war nur noch eisiges Schweigen. Heute würde man sagen, das Paar habe sich auseinandergelebt und irgendein Scheidungsanwalt hätte einen weiteren Auftrag. Oder vielleicht wären die beiden gemeinsam an eine Scheidungsmesse gegangen. Das ist das Gegenteil einer Hochzeitsmesse. An einer solchen Scheidungsmesse gibt es Tipps, wie man sich möglichst schadlos scheiden lassen kann. Inklusive Rechtsberatung, Finanzberatung und vieler Ratschläge, wie man im Leben nach einer Scheidung durchstarten kann. Ganz nach dem Motto: «Schöner scheiden – besser leben.» Doch unser Paar im Emmental hat einen anderen Weg gewählt. Sie haben erkannt, dass sie wieder miteinander reden müssen. Sie wollten all die guten gemeinsamen Jahre nicht einfach wegwerfen. Und am Ende der Geschichte haben sie auch wieder gemeinsam Gott um seinen Segen gebeten. Das «Vaterunser» wurde wieder ihr fröhliches Gebet.

Trage Sorge zur Liebe deines Lebens
Eine Ehe zu gestalten ist eine vielseitige Herausforderung. Eben noch sass man romantisch-verliebt am Strand, feierte die Flitterwochen und konnte sich nicht vorstellen, dass es in der eigenen Beziehung auch schlechte Zeiten geben wird. Jahre später ist die Luft raus aus der Beziehung. Man hat sich nichts mehr zu sagen, und wenn erst mal die Kinder das Elternhaus verlassen haben, kann man die schwierige Ehe nicht mehr totschweigen. Viele geben der Beziehungspflege zu wenig Raum, vernachlässigen viele wichtige Aspekte und staunen dann, wenn die Ehe scheitert. Dabei lohnt es sich, frühzeitig in die Beziehung zu investieren.

Gemeinsamer Glaube hilft in herausfordernden Lebenslagen
Der gemeinsame Glaube stellt die Beziehung auf eine solide Basis. Denn die gemeinsamen Überzeugungen und Wertvorstellungen schaffen eine gute Grundlage für Vertrauen und Geborgenheit.

Bringen Sie einander Wertschätzung entgegen
Glückliche Ehen entstehen selten aus «perfekten » Verbindungen. Zufriedene Paare haben keine überhöhten Erwartungen an das Gegenüber. Sie beherrschen viel mehr die Kunst, verschiedene Bedürfnisse und Erwartungen aufeinander abzustimmen. Dabei hilft es, die Wertschätzung gegenseitig kreativ und liebevoll zum Ausdruck zu bringen.

Entwickeln Sie aus Ihrer Liebe eine tiefe Freundschaft
Glückliche Ehen erscheinen für die Umwelt oft wie eine tiefe Freundschaft. Denn echte Freunde können sich aufeinander verlassen, bemühen sich, den anderen zu verstehen und unterstützen sich gegenseitig. Diese Partner Mit einer Scheidungsquote von rund 52 Prozent zeigt sich die Schweiz als eines der scheidungsfreudigsten Länder Europas. investieren Zeit, Energie und Geld und sind einander treu. Diese Freundschaft trägt auch in schwierigen Zeiten.

Akzeptieren Sie, dass Ihr Partner andere Interessen hat
Eine gelungene Partnerschaft pflegt die Balance zwischen Nähe und Distanz. Dies bedeutet, dass Paare sich gegenseitig Raum lassen für eigene Entwicklungen, Ideen, Wünsche und Träume. Nur so kann sich jeder auch persönlich weiterentwickeln und bringt dadurch wieder eine Bereicherung zurück in die Partnerschaft.

Vergeben Sie Ihrem Partner
Niemand ist perfekt, wir alle machen Fehler. Das bedeutet, dass wir immer wieder aneinander schuldig werden. Vergebung heisst, immer wieder neu und ehrlich aufeinander zuzugehen. Paare, die jeden Tag gemeinsam im Gebet versöhnt abschliessen, gehen ganz anders in den neuen Ehealltag und bleiben gesund an Körper, Seele und Geist.

Verbringen Sie Zeit zu zweit
Alle Frischverliebten verbringen unendlich viel Zeit miteinander, haben Spass und geniessen das Leben. Sie lernen sich kennen und finden auch innerlich zueinander. Solche Zeiten sollten sich auch Ehepaare nehmen: Zeit, die sie ausschliesslich zu zweit verbringen. Ohne Kinder, Nachbarn, Verwandte – nur sie zwei. Ansonsten können sich die Ehepartner trotz räumlicher Nähe innerlich entfernen. Die Liebe bleibt frisch durch gemeinsame Aktivitäten und Abwechslung im Alltag.

Machen Sie sich keine falschen Vorstellungen
Viele erwarten vom Ehepartner, dass er sie glücklich und zufrieden macht. Mit solchen Vorstellungen kann eine Ehe nicht gelingen. In die Liebe muss man investieren, ohne eine gleichwertige oder höhere Gegenleistung zu erwarten. Eine gelungene Ehe ist keine endlose Romanze, sondern besteht auch aus normalen Alltagsdingen wie Hausarbeit, Geldsorgen, Terminen, Krankheiten, Erziehungssorgen, Arbeitsplatzproblemen und vielem anderem.

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Persönlich: Jonas Baumann

Politiker und Sozialunternehmer

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