Anzeige
Stehlen | (c) 123rf

Wie kann ich verhindern, dass ich selbst zum Dieb werde?

Der ehemalige Nachrichtensprecher Ulrich Wickert schreibt in seinem Buch «Der Ehrliche ist der Dumme – über den Verlust der Werte»: «Der Betrug ist inzwischen ein Gesellschaftsspiel geworden ...» Man hat wirklich den Eindruck, dass Diebstahl zum Kavaliersdelikt verkommen ist. Dazu steht im Schweizerischen Strafgesetzbuch, Art. 139: «Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft.»

Tipp 1: Entscheide dich, nicht zu stehlen
Wer sich bewusst entscheidet, nicht zu stehlen, muss in möglichen Situationen nicht darüber nachdenken. Soll ich jetzt diese Musik oder diesen Film illegal herunterladen? (Das kann mit bis zu mehreren 10 000 Franken bestraft werden). Soll ich jetzt in der Steuererklärung wirklich alle Einnahmen angeben? Soll ich das Trinkgeld für das ganze Team wirklich teilen? Und Schwarzfahren ist doch eigentlich gar nicht so schlimm, ich schade doch niemandem. Wer sich gegen das Stehlen entscheidet, schafft Freiraum und denkt auch mehr an die Mitmenschen.

Tipp 2: Denke über deine Bedürfnisse nach
Wer stiehlt, hat das Gefühl, die Beute zu brauchen. Egal was für ein Objekt uns fehlt, dahinter steht ein Bedürfnis. Warum will ich betrügen? Was fehlt mir, fehlt es mir wirklich? Macht es mich langfristig wirklich glücklicher, wenn ich das Objekt der Begierde habe?

Tipp 3: Wie sehr pflegst du dein gutes Gewissen?
Zugegeben, das Gewissen ist relativ. Aber wir haben in uns gute Werte angelegt. Als Kind haben wir uns gewehrt, wenn man uns das Spielzeugauto oder die Puppe weggenommen hat. Wir wurden wütend, haben geweint, waren traurig. Wir haben es selber wahrscheinlich auch probiert, und wurden mit den Konsequenzen konfrontiert. Wir haben also durchaus ein Gewissen über richtig und falsch, gut und böse entwickelt. Mit den Jahren ist dieses Gewissen vielleicht abgestumpft. Und wir schämen uns nicht mal mehr, wenn wir etwas stehlen. Gute Werte machen das Leben gut. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken.

Tipp 4: Denke über die Auswirkungen nach
Jeder Diebstahl, jede Art von Stehlen ist Teil einer Negativspirale. Diebstahl im Warenhaus macht die Produkte teurer. Der Raub von Bodenschätzen hinterlässt eine verarmte Bevölkerung und eine zerstörte Natur. Diebstähle im Internet verletzten das Urheberrecht mit all seinen Folgen, die Liste könnte beliebig lang fortgesetzt werden.

Tipp 5: Auch Robin Hood war nur ein Dieb
Robin Hood wurde in vielen Filmen als lustiger Räuber und Rächer der Armen dargestellt. Von allem, was er gestohlen hat, konnten die Armen profitieren und wieder eine Zeit lang überleben. Und trotzdem war er nur ein Dieb. Er konnte auch an den Umständen nichts ändern. Erst als König Richard Löwenherz sozusagen auf politischer Ebene wieder Ruhe ins Land brachte, konnte sich auch die Bevölkerung wieder von der Armut erholen. Unrecht führt zu unrichtigem Verhalten. Das bedeutet, wir alle müssen uns engagieren, damit Recht und Wohlstand für alle möglich werden.

Verwandte Beiträge

Weitere "antenne August 2017" Beiträge

lifechannel.ch

Der Mythos vom Mangel

Das Gefühl, zu wenig zu haben, sitzt ganz tief in uns.

lifechannel.ch

Kriminell und von Gott geliebt

Der Stich eines Stachelrochens stellt René Portmanns Leben auf den Kopf.

lifechannel.ch

Wie kann ich verhindern, dass ich selbst zum Dieb werde?

Es scheint, dass Diebstahl zum Kavaliersdelikt verkommen ist.

lifechannel.ch

Eine Frage der Ehre

«Stell dein Licht nicht unter den Scheffel!»

lifechannel.ch

Persönlich: Simon Bucher

Leiter Kommunikation und Medien der Schweizerischen Evangelischen Allianz

lifechannel.ch

Gute Nachrichten für das Radio der Zukunft

Hanspeter Hugentobler als neuer Verwaltungsrat von SwissMediaCast

 1 bis 6 von 6  [ <<  1  >> ]