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4. Gebot

Gib deiner Seele einen Sonntag – und umgekehrt

Eines Tages kam ein Volk aus der Wüste und präsentierte der Menschheit eine Neuheit: die Sieben-Tage-Woche! Was uns heute normal dünkt, war damals aussergewöhnlich. Wie kamen die denn auf die Idee, ausgerechnet nach sechs Tagen einen Feiertag einzulegen?

Mir persönlich hätte eher eine Fifty-Fifty- Lösung entsprochen – ein Tag arbeiten, ein Tag ausruhen.

Die Menschen haben schon früh gelernt, die Zeit zu portionieren. Die Sonne taucht auf und verschwindet wieder. Dann taucht sie wieder auf: «Aha! Sagen wir doch dieser immer wiederkehrenden Zeitspanne ‹Tag›.» Es wird heiss, kühl, kalt, etwas wärmer und wieder heiss: «Nochmal aha! Auch dieser Zyklus wiederholt sich; nennen wir diese Portion Zeit ‹Jahr›.» Der Mond trägt noch seinen Teil bei. Sein stetes Ab- und Zunehmen gibt uns die Monde resp. Monate an.

Diese drei Zeitspannen lassen sich von Naturbeobachtungen herleiten. Der Sieben-Tage-Rhythmus aber steht da völlig quer in der Landschaft. Das Volk aus der Wüste sagt: «Gott hat’s erfunden.» Und dann erzählt es uns die Geschichte von den Anfängen. Wie Gott aus dem Chaos einen Kosmos erstehen liess, wie er einen Raum im Weltall eröffnete, in dem es sich leben lässt. Und dass die Krone dieses Lebensraumes nicht der Mensch, sondern der Ruhetag sei, eben dieser siebte Tag.

Nicht der Mensch und all seine Errungenschaften sollen abgefeiert werden, sondern der, der hinter dieser Schöpfung steht. Er, der alles so eingerichtet hat, dass wir leben können, soll nicht aus den Augen verloren werden. Denn so paradox es klingt: bei dieser Fülle an Leben, das auf mich zukommt, kann das schon mal passieren, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Ich lebe jede Sekunde meines Lebens aus der Hand des Schöpfers, atme seine Luft, ernähre mich von den Früchten seiner Erde und werde von ihr getragen. Diese totale Abhängigkeit darf mich ruhig ab und an zur Besinnung bringen.

Wir sind so frei und nehmen uns für diese Besinnung einen ganzen Tag lang Zeit. Vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Wir gehen auf Distanz zu allen Vereinnahmungen. Wir sagen uns los von all den fremden Herren, den Arbeitgebern, Sachzwängen und Existenzsorgen. Alle, die uns sonst ins Leben hineinreden, vernehmen in zuverlässigen Abständen folgende Ansage: «Ihr könnt uns einen Tag lang gestohlen bleiben. Ich gehöre nicht euch. Ich bin nicht euer Gefangener. Ich diene einem anderen Herrn. Und das ist gut so.»

Genau dieses «Gut-so» soll eine feste, regelmässige Erfahrung sein. Es ist gut so, dass ich mich nicht als ewig Getriebenen wahrnehme, der von allen anderen gelebt wird. Es ist gut so, dass ich mich als Kind des Schöpfers erlebe. Ich bin Gottes Wurf und Freude.

Dieser Besinnung soll ich einen gediegenen Raum in meinem Lebenshaus zuteilen – und ihn gemütlich einrichten. Gib deinem Sonntag eine Seele.

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