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Scherben | (c) Fotolia

Die falsche Macht der Sprichwörter

Von Matthias Ziehli

«Scherben bringen Glück» schoss mir  durch den Kopf, als das Glas im hohen  Bogen durch die Küche flog und am Boden  in tausend kleine Stücke zerbarst. Das  Zusammenwischen war trotzdem mühsam,  aber immerhin hatte ich die Hoffnung  auf Glück an diesem Tag. Hatte ich  also an diesem Tag nur wegen den Scherben  Hoffnung oder gar Glück? 


Sprichwörter oder auch Redewendungen  sind in unserem Alltag stärker verbreitet,  als man denkt. Von Kindsbeinen an werden  sie uns von unseren Eltern beigebracht.  Wer mag sich nicht an ermahnende Worte  seiner Mutter oder seines Vaters erinnern:  «Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nie  mehr.» Unsere Eltern wollten damit Lernerfolge  erzwingen oder mindestens unsere  Lernmotivation in Jugendjahren hoch  halten. Sprichwörter gehören sogar zu den  meisten Lehrplänen in  unseren Volksschulen,  um den Schülerinnen  und Schülern zu lehren,  wie Dinge zwischen  den Zeilen verstanden  werden  können. In der Sprachwissenschaft  wird dem Sprichwort gar  eine eigene Disziplin, die Parömiologie,  gewidmet.
 
Kein Wunder also, dass wir Sprichwörter  im Alltag in allen möglichen und unmöglichen  Situationen einsetzen. Bei der Zuteilung  einer mühsamen Aufgabe in einer  Sitzungsrunde: Den Letzten beissen die  Hunde. Bei der Diskussion über den richtigen  Weg zum Ziel: Alle  Wege führen nach  Rom. Bei Ratlosigkeit  über eine wichtige  Entscheidung: Guter  Rat ist teuer.
 
Doch was ist ein  Sprichwort eigentlich genau? Nach Duden  ein kurzer, einprägsamer Satz, der eine  praktische Lebensweisheit enthält. Das  Sprichwort gibt uns die Möglichkeit, einen  komplizierten Sachverhalt einfach zu  beschreiben oder uns auf eine Lebensweisheit  zu berufen.  
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