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Es gibt mehr

Von Peter Schulthess

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als wir erklären können. In der Bibel lesen wir viele dieser Erfahrungsberichte, die wir vielleicht mit dem Begriff «Wunder» bezeichnen würden. Es geht um Träume, Visionen, Engelstimmen, Erscheinungen und Ähnliches. Aber machen auch heute noch Menschen solche Erfahrungen? Ja, sagt Peter Schulthess, der sich auf die Suche nach solchen Erlebnissen gemacht hat.

Wer sich mit den Texten der Bibel befasst, taucht in eine faszinierende Welt ein. Klar, wenn man sich an den Weltbestseller heranwagt, stösst man dabei auch auf schwerverständliche Abschnitte, Regeln und Traditionen, die uns sehr fremd sind, Erzählungen und Überlegungen, welche Kopfzerbrechen bereiten. Gleichzeitig ist es auch ein sehr menschliches Buch. Das Buch der Bücher enthält Berichte von menschlichem Glück und Leid, von Liebe und Hass, Mord und Totschlag, Erfolg und Versagen, Solidarität und Mobbing, Grossherzigkeit und Neid, Streit und Versöhnung. Geschichten aus dem Leben, so wie auch wir Heutigen das Leben erleben.

Aber da gibt es noch etwas: In all dem Menschlichen, von dem man liest, trifft man immer wieder auf besondere Erfahrungen. Es sind Erlebnisse, in denen Menschen in besonderer Weise in Verbindung kommen mit einer unsichtbaren Wirklichkeit. Im Gebet, das von Jesus gelehrt wurde, wird auf diese unsichtbare Wirklichkeit Bezug genommen. Es wird gebetet: «Unser Vater im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme!» Die Bitte «Dein Reich komme» ist der Ruf in die himmlische Welt, uns zu Hilfe zu eilen, uns zu begleiten, zu führen, zu schützen und zu lehren. Und das tut sie auch. Meist unspektakulär, kaum spür- und wahrnehmbar, ganz im Verborgenen. Oft erkennt man es erst später, dass da eine unsichtbare Intelligenz mit im Spiel gewesen ist, die weise gelenkt und geleitet hat, wie es mir kürzlich jemand sagte, obwohl es sich um eine schmerzliche Erfahrung gehandelt hat: «Der Herrgott hat wunderbar geführt.»

Neben diesen sehr unauffälligen Begebenheiten lesen wir aber auch von sehr auffälligen. Tatsächlich berichten die biblischen Autoren immer wieder von speziellen Erfahrungen, welche Menschen gemacht haben, die wir vielleicht mit dem Begriff «Wunder» bezeichnen würden. Es geht um Träume, Visionen, Engelstimmen, Erscheinungen und Ähnliches. Bereits im Alten Testament treffen wir auf solche Spuren. Moses begegnet in der Wüste einem brennenden Dornbusch, der rätselhafterweise aber nicht verbrannte. Wie muss er erschrocken sein, als ihn daraus eine Stimme ansprach. Diese Begegnung wurde für Moses zu einer Lebenswende. Der spätere Prophet Samuel hörte nachts eine Stimme, die nach ihm rief. Es zeigte sich, dass ihn Gott gerufen hatte. König Salomo wurde durch einen Traum vom Himmel angesprochen. Während eines Festes erschienen im Thronsaal von König Belschazzar die Finger einer Hand, die an die Wand schrieben. Es liessen sich noch viele Beispiele aus den alten Zeiten zitieren.

Kommen wir zu Jesus von Nazareth. Es erstaunt nicht, dass solche Begebenheiten in seinem Leben besonders dicht auftreten. Schon zu seiner Geburtszeit ereignete sich Unglaubliches. Es war, wie wenn der Vorhang auf einer Theaterbühne gezogen wird und man in eine andere Welt blickt. Nur war es zur Geburt von Jesus kein Blick in eine Theatervorstellung, sondern in eine reale Welt, welche diese Welt umgibt und durchdringt, die aber unseren irdischen Sinnen meist verborgen bleibt. Auch die sogenannten Weisen aus dem Morgenland hatten ein Auge für die Zeichen des Himmelreiches. Einer Lichterscheinung am Himmel folgend, fanden sie den Weg zum Neugeborenen. Und auch vor den Augen der Hirten fiel der Vorhang, und sie durften einen Blick in die himmlische Welt werfen.

Dieser Vorhang ging über dem Leben von Jesus immer wieder auf. Bei der Taufe durch Johannes den Täufer öffnete sich der Himmel und der Geist Gottes schwebte, symbolisiert durch die Gestalt einer Taube, auf ihn herab. Es kam zu einer Begegnung mit den Verstorbenen Moses und Elia. Im Garten Gethsemane, vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung, wurde er durch einen Engel gestärkt. Jesus kommentierte diese unglaublichen Ereignisse mit folgenden Worten: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen über dem Menschensohn.

Der Vorhang bleibt offen
Als Jesus am Kreuz starb, zerriss der Vorhang im Tempel, welcher das Heiligtum vom Allerheiligsten getrennt hatte. Dies dürfen wir als Zeichen deuten. Der Vorhang bleibt offen. Das bestätigen die Nachrichten, welche uns von Pfingsten überliefert wurden. An Pfingsten berührten sich Himmel und Erde, unsichtbare und sichtbare Welt. Wieder wird das in Bildern und Symbolen geschildert, denn über Unsichtbares können wir nur in irdischen Bildern und Symbolen reden, weil wir es sonst nicht verstehen würden. Das heisst, das Unsichtbare muss uns in jener Weise begegnen, so dass wir es in der materiellen Welt mit unseren irdisch-gebundenen Sinnen erkennen können. Damals sahen die Anwesenden Feuerflammen und es hörte sich an wie das Rauschen von einem Wind. Man könnte auch sagen: Die Frauen und Männer wurden von einem Energiestrom durchströmt. So «aufgeladen» jubelten sie und erzählten von den grossartigen Taten Gottes.
Dass der zerrissene Vorhang weiterhin offen blieb, lernen wir aus den Berichten, die in der sogenannten Apostelgeschichte überliefert werden. Petrus hatte während eines Gebets eine Vision, die ihn dazu geführt hat, auch nichtjüdischen Menschen das Evangelium zu verkündigen. Bei anderer Gelegenheit wurde er von Engeln aus dem Gefängnis befreit. Durch ein Traumgesicht erfuhr der Apostel Paulus, dass er nach Europa reisen solle, um auch dort die Geschichte von Jesus zu verbreiten.

Nun, das alles war damals. Und heute! Der Vorhang blieb zerrissen, offen. Also müssen heute ähnliche Erfahrungen gemacht werden wie damals, als die biblischen Texte verfasst wurden. Durch Inserate, Texte in der Presse und Vorträge suchte ich nach solchen. Dabei ging es mir nicht darum, einen phantastischen Wunderglauben oder gar eine Wundersucht zu fördern. Doch erlebte ich es, wie mein Vertrauen in Gottes Gegenwart und Führung gestärkt wurde, wenn ich mich mit Erlebnissen wie den nachfolgenden beschäftigte und sie ermutigen mich, an den Worten Jesus festzuhalten «Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende» – selbst dann, wenn keine eigenen grandiosen Erfahrungen gemacht wurden.

Der Knabe und die Erscheinung im Feuerschein
«Es war dunkel in der kleinen Wohnküche, in der ich schwer atmend in meinem Bett lag. Nur der Schein des Feuers, welcher durch die Ritzen des alten Holzherdes drang, tauchte den Raum in ein schwaches Licht. Ich war etwa zwölf Jahre alt. In dieser Nacht wurde meine Not immer stärker. Es war, als ob ein tonnenschweres Gewicht auf meiner Brust lag und mir immer mehr die Möglichkeit zu atmen nahm. Ich wollte weinen, nach meiner Mutter rufen, aber das Asthma verengte eisern und gnadenlos meine Atemwege, so dass mir für nichts anderes Kraft blieb, als bewegungslos und stumm gegen den Erstickungstod anzukämpfen. ‹Gott im Himmel, nun ersticke ich. Hilf mir bitte!› Diese wenigen Worte betete ich in meinem Kinderherzen in allergrösster Not. Da sah ich plötzlich eine Gestalt im schummrigen Licht des Ofens stehen. Diese kam auf mich zu, wobei ich nicht sagen konnte, wie sie sich bewegte. Irgendwie schien sie über den Boden zu schweben. Sie berührte mich sanft, ohne ein Wort zu sagen. Sofort konnte ich frei und ohne Probleme atmen. Dann war die Gestalt verschwunden. Im Ofen flackerte noch das Feuer, und ich schlief rasch, tief und fest ein.» Erinnert dieses Beispiel nicht an Moses, wo aus einem Feuerschein heraus eine Stimme zu ihm sprach oder an die Feuerflammen in der Pfingstgeschichte?

Eine seltsame Zugreise
«Es war wieder Freitag. Der Freitag war immer ihr Putztag. Aus einer rätselhaften Stimmung heraus und aus unerklärlichen Gründen liess die junge Frau plötzlich alles liegen. Sie nahm Mantel und Tasche, eilte zum Bahnhof und fuhr mit dem Zug von Horgen nach Zürich zum Einkaufen. Im Bahnhof Zürich-Enge stieg sie aus. Aber was wollte sie denn eigentlich hier? Sie realisierte, dass es ja gar nichts zu kaufen gab. Verwundert über sich selbst, blieb sie auf dem Bahnhof und bestieg den nächstmöglichen Zug, um wieder zurückzukehren. In der Regel stieg sie immer in den hintersten Wagen ein, der in Horgen nahe der Treppe zum Stehen kam. An diesem seltsamen Tag aber stieg sie, zu ihrer eigenen Überraschung, wie von einer unsichtbaren Hand geleitet, vorne ein. Sie setzte sich zu einer Frau ins Abteil. Diese wollte zu ihrem Bruder ins Glarnerland.

Während der Fahrt wurde die Zugnachbarin plötzlich unruhig und fragte, ob es bei der nächsten Station, wo der Zug hielte, ein Spital gäbe. Unsere Zugreisende, die normalerweise zu dieser Zeit am Putzen der Wohnung war, erklärte, dass dies Horgen sei, wo sie auch aussteigen müsse. Nun erfuhr sie, dass die Mitreisende akute Herzprobleme hatte. Es ging ihr von Minute zu Minute schlechter. Endlich waren sie am Ziel, sie stiegen aus und riefen ein Taxi. Doch der Fahrer wollte sie nicht mitnehmen, er hatte Angst, der Frau würde es übel und sie müsste im Taxi erbrechen. Zum Glück kam in diesem Moment ein Bekannter der jungen Frau und fuhr die beiden sogleich ins Spital. Dort angekommen, wurde schnell sichtbar, dass die Person sich bereits in einem kritischen Zustand befand. Ihr Bruder im Glarnerland konnte benachrichtigt werden.»

Später am Tag verstarb die Frau. Dies nicht irgendwo alleine auf der Fahrt ins Glarnerland oder auf einem Bahnsteig, sondern umgeben von hilfsbereiten Personen: Begleitet von jener Frau, die eigentlich putzen wollte; von jenem Bekannten, der zufälligerweise am Bahnhof vorbeifuhr und sein Auto zur Verfügung stellte und umsorgt vom Pflegepersonal des Spitals. So erfüllte sich auch hier das Jesus-Wort: «Ich bin bei Euch alle Tage», indem er hilfsbereite Menschen an die Seite dieser sterbenden Frau sandte. So wirkt der Himmel oft: Er sendet an seiner Stelle Menschen! Und manchmal spricht der Himmel auch durch eine Vision, wie das nächste Beispiel zeigt.

Das Kreuz und die Kraft
«Die ganze Familiensituation belastete mich sehr. Die Spannungen zwischen Vater und Sohn waren kaum auszuhalten. Zwar weilten wir jetzt in den Skiferien und wollten uns eigentlich gemeinsam erholen. Doch von Erholung war keine Spur. Wie ein schwerer Stein lastete alles auf mir, als ich mich abends in der Ferienwohnung zu Bett legte. Mit dem Gedanken: ‹Wie soll das nur weitergehen?› schlief ich ein.
Frühmorgens, als noch alles finster war, erwachte ich und sah vor mir ein riesiges Bergmassiv. Es war so gewaltig, wie ich das noch nie gesehen hatte. Vor diesem mächtigen Felsgebilde aber stand ein Kreuz. Es war, als hätte es sich vor den Berg geschoben. Breit war der Querbalken und lang der senkrechte. So lang, dass er die Bergspitze überragte. Der Horizont oberhalb des Berges aber war glänzend hell, hell wie die Sonne. Bis in dieses Licht hinein ragte das Kreuz. Das Licht beleuchtete alles. Vom lichtumstrahlten Kreuz ging eine grosse Kraft aus. Es schien mir, als würde ich von dieser Kraft aufgeladen. Ich fühlte mich, als wäre ich eine Art Batterie. Das Bild verschwand. Als das Bild verschwunden war, waren auch meine schweren, belastenden Gedanken verschwunden. Es war alles weg, hatte sich aufgelöst. Wie aus der Welt geschafft. Sobald ich die Augen schliesse, sehe ich das Bild wieder vor mir.» Erstaunlich ist: Die belastende Situation bestand weiterhin, zerdrückte aber die Person nicht mehr.

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als man denkt, wie Bibel und solche Geschichten zeigen. Haben Sie das nicht auch schon erlebt? Ich möchte Sie dazu einladen, einmal durch Ihr Leben zu spazieren und nachzuschauen, wie Gott in Ihrem Leben Einfluss genommen hat. Achten Sie dabei nicht nur auf Spektakuläres, Aussergewöhnliches. Wie bereits oben angetönt, wirkt das Himmelreich oft ganz im Verborgenen. Und doch sind auch die besonderen Erlebnisse hilfreich. Man könnte sie vergleichen mit der Spitze eines Eisberges. Die grosse Eismasse liegt unsichtbar im Wasser. Aber die Spitze weist auf den Eisberg hin. So weisen die erzählten «Spitzenerlebnisse » darauf hin, dass Gottes Reich tatsächlich mitten unter uns ist, wie es Jesus zugesagt hatte.
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