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Richtig entscheiden ist keine Glücksache

Von Verena Birchler

Einfach mal nicht entscheiden müssen! Stellen Sie sich einen Tag vor, an dem Sie keine einzige Entscheidung treffen möchten. Jede Wette – Sie schaffen das nicht! Allein der Gedanke, im Bett liegen zu bleiben, um keine Entscheidungen zu fällen, ist bereits eine. Und schon ist die Wette verloren. Wir treffen tagtäglich Tausende von Entscheidungen. Manche sind richtig, manche falsch. Und bei manchen rätseln wir noch nach Jahren, ob sie richtig oder falsch waren.

Täglich mit so vielen Entscheidungen konfrontiert zu werden, kostet viel Kraft. Und für einmal stimmt der Satz «Früher war alles einfacher» vielleicht tatsächlich. Die Älteren von uns erinnern sich bestimmt noch daran, wie der Migros-Wagen in die Quartiere fuhr. Ausgerüstet mit den wichtigsten Nahrungs- und Gebrauchsartikeln für Haus, Hof und Familie. Die Produktevielfalt von heute war damals kein Thema. Es gab zwei, drei Joghurtsorten, ein Waschmittel. Die Butter unterschied sich höchstens in der Menge. Und? Hat uns die heutige Vielfalt glücklicher  gemacht? Nicht wirklich.

Das Überangebot führt teilweise sogar dazu, dass wir Konsumierenden weniger kaufen. Viele sind überfordert, wenn sie vor der riesigen Auswahl in den Regalen unserer Konsumtempel stehen. Diese Erfahrung hat auch ein Kosmetikhersteller gemacht. Von seiner Produktelinie standen 26 verschiedene Angebote zur Auswahl. Das war den Kundinnen und Kunden zu viel. Der Verkauf ging markant zurück. In der Folge reduzierte der Anbieter seine Shampoos auf gerade mal 15, und der Verkauf stieg umgehend um 10 %.

Reduce to the Max
Mit diesem Slogan für den Kleinwagen Smart kommunizierte der Autohersteller Mercedes vor einigen Jahren ein völlig neues Lebensgefühl. Aber nicht nur für Produkte gilt diese Entwicklung. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein einfacheres, entschlacktes Leben. Lieber weniger Lohn, dafür mehr Lebensqualität. Lieber weniger Arbeitszeit, dafür mehr Lebenszeit. Lieber minimalistisch eingerichtete Wohnungen als Nippes-Kultur.

Trotz aller Reduktion besteht unser Leben aus einer Kette von Entscheidungen. Viele davon treffen wir routinemässig. Schwierig wird es dann, wenn grössere Entscheidungen anstehen. Solche, die Veränderungen in unserem Leben auslösen. Und manchmal kommt es auch zu Fehlentscheidungen. Und wir verbringen dann den Rest unseres Lebens, irgendwie mit diesen Weichenstellungen
zu leben. Zum Beispiel bei der Berufswahl. Eigentlich hatte man ganz andere Träume, aber irgendwie findet man sich plötzlich in einem Beruf, der uns gar nicht erfüllt. Da gäbe es jetzt ganz viele Beispiele. Die meisten Fehlentscheidungen treffen ein, weil wir sie selber fällen. Wir  Menschen glauben, dass unser Denken und unsere Werte für alle Fragen des Lebens die richtigen Antworten bereit haben. Schliesslich hat uns Gott ja Hirn, Herz und Verstand gegeben. Und diese sollen wir auch einsetzen. Trotzdem ist es hilfreich, sich in wirklich wichtigen Entscheidungen mit Gott zusammen zu tun. Vielleicht, indem wir gründlich die Bibel lesen und schauen, was diese zu diesem Thema zu sagen hat.

Die Bibel, das Wort Gottes und seiner Geschichte mit uns Menschen ist enorm inspirierend. Die Bibel beschreibt beispielsweise die grundlegende Neigung des Menschen, sich und seine Entscheidungen für den Nabel der Welt zu halten. «Der Mensch hält alles, was er tut, für richtig; der HERR aber prüft die Beweggründe.»1 Wir neigen dazu, dass unsere Sicht der Dinge die einzig richtige ist.

Die Bibel weist uns ziemlich deutlich darauf hin, dass wir uns nicht ausschliesslich auf das eigene Urteilsvermögen stützen sollten. Trotz unserer Fähigkeiten haben wir doch nicht Gottes «Fülle an Weisheit»: «Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand» Sprüche 3,5).

Gott um Weisheit bitten
Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich in schwierigen Entscheidungsmomenten an Gott zu wenden. Das taten vor uns schon viele: Könige, Apostel, Staatsleute. Wir befinden uns also in bester Gesellschaft. Der Apostel Jakobus brachte das treffend auf den Punkt: «Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.»2

Als Salomo nach dem Tod seines Vaters den Thron von Israel bestieg, wusste er ganz genau, dass er viele schwierige Entscheidungen treffen musste. Und er kannte sein Volk zu gut. Da würde so manches auf ihn zukommen. Deshalb wandte er sich nach seiner Amtseinführung zuerst an Gott: «Und Salomo sprach zu Gott: Du hast grosse Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum König gemacht ... denn du hast mich zum König gemacht über ein Volk, das so viel ist wie Staub auf Erden. So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, dass ich vor diesem Volk aus- und eingehe; denn wer kann dies dein grosses Volk richten?»3 Bis heute ist die Weisheit Salomons bekannt, meist unter dem Stichwort «ein salomonisches Urteil fällen».

Die Bibel ist voller unterschiedlichster Entscheidungssituationen. Auch wenn die Zeit von damals sich äusserlich nicht mit heute vergleichen lässt, sind doch die Bedürfnisse hinter den Ereignissen dieselben. Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit, nach Wertschätzung, nach der Fülle des Lebens, nach Liebe, nach Nahrung, nach sozialer Gerechtigkeit. So finden wir auch verschiedene Grundsätze in der Bibel, die heute so aktuell sind wie zu jener Zeit. Im Folgendenein paar Gedanken dazu.

Relevante Fakten berücksichtigen
Wann immer wir wichtige Entscheidungen treffen müssen, sollten wir relevante Faktoren anschauen, ganz nach dem Motto: «Wer antwortet, ehe er hört, dem ist’s Torheit und Schande.»4 Dieser Grundsatz weist auf einen entscheidenden Fehler für schlechte Entscheidungen hin. Man nimmt sich oft nicht genügend Zeit, um alle Fakten anzuschauen!

Rat einholen
Je nach Tragweite einer Entscheidung sollten wir den Rat kompetenter Fachleute einholen. Auch davon redet die Bibel: «Wo nicht weiser Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe.»5 Es gibt immer Menschen, die in bestimmten Bereichen einen grösseren Überblick haben, mehr Fachwissen oder mehr Lebenserfahrung.

Die Verantwortung für die Entscheidung übernehmen
Wir haben jetzt also verschiedene Grundsätze kennen gelernt, und tun gut daran, diese zu beachten. Wir können Gott bitten, uns die richtigen Gedanken zu geben. Wir suchen in der Bibel passende Beispiele zu unseren Entscheidungsfragen. Wir haben Fakten und Möglichkeiten  rnsthaft betrachtet. Und wir haben uns Rat eingeholt.

Jetzt kommt der entscheidende Augenblick: Unter vielen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten treffen wir nun eine Entscheidung. Und müssen zu dieser dann auch stehen. Das ist ein ganz wichtiger Grundsatz. Viele  schieben Entscheidungen endlos vor sich hin. Vor allem dann, wenn man sich der Konsequenzen bewusst ist.

Manche Entscheidungen erfordern Mut und Kraft. Salomo, der weise Entscheider in der Bibel, sagt zum Umsetzen von Entscheidungen: «Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue in deiner Kraft!»6

Fazit: Richtig entscheiden ist keine Glückssache. Wer weise und überlegt handelt, wird nicht nur eine gute Wahl treffen, sondern sie auch umsetzen. 
















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