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Landschaft strahlt Ruhe aus

Rückzugsraum und Kontrapunkt

Von Falk Pfleiderer

Zeiten und Momente der Stille sind Chancen. Interessante Blickwinkel eröffnen sich hier. Bisher unentdeckte Möglichkeiten mit grossem Segenspotenzial kommen plötzlich auf den Schirm. Solches Ruhen, Erholen, Verstehen, Auftanken und Ausrichten bewirkt immer einen kraftvollen Neustart.


Woran denken Sie beim Stichwort «Stille»? Ich bin sicher, dass sich bei den meisten Lesern nun Erinnerungen an eine besondere und sehr persönliche Begebenheit einstellen werden. Und ganz egal, ob diese Phase des Innehaltens freiwilliger oder unfreiwilliger Natur war: Vielfach wird die Bilanz am Ende positiv sein.

Eigene Erlebnisse und Rückmeldungen aus meinem persönlichen Umfeld sowie zahlreiche Berichte aus den VCH-Hotels, für die ich seit 2001 tätig bin, belegen das immer wieder und oft sehr eindrücklich. Ein kurzfristiger Ortswechsel ist hilfreich, um wirklich Stille zu finden. Oder vielleicht sollte ich besser schreiben «um wirklich still zu werden». Zu Hause, in unserem vertrauten Umfeld, ist die Fülle möglicher Ablenkungen klar am grössten. Was fällt uns nicht plötzlich noch alles ein an «wichtigen » Dingen, wenn wir endlich mal herunterschalten konnten und gerade eben begonnen haben, Ruhe zu suchen.

Wir schwimmen förmlich in der bis anhin unerreichten Informationsflut, die uns mit den verschiedenartigsten Angeboten und Auswahlmöglichkeiten zuzudecken droht. Fakt ist aber auch: Wir selbst entscheiden. Und unsere Rückblende gegen Tagesende bildet nichts anderes ab als das Spiegelbild unserer persönlichen Prioritäten. Folgende Fragen können auf manche Zeitgenossen fast wie ein Affront wirken: «Geht es eine Zeit lang mal auch ohne Smartphone? Ohne Handy? Ohne Internet? Ohne Tageszeitung? Ohne Radio? Ohne TV?» Ich habe es persönlich erlebt und kann sagen: Ja! Das Leben geht tatsächlich auch so weiter. Speziell dabei: Die wesentlichen Nachrichten bekommt man sowieso immer irgendwie mit.

Letztlich geht es um die ehrliche Beantwortung der einen Frage: «Was muss ich und was nicht?» oder noch viel besser: «Was will ich und was nicht?» Ich könnte mir vorstellen, dass uns Jesus Christus hier mit einem sehr liebevollen Lächeln zusieht und dabei manches Mal auch verwundert den Kopf schüttelt. Auch Betriebsamkeit und Fleiss brauchen ein gesundes Mass, sonst schneiden wir uns hier selbst ab von der Hilfe und den Segnungen Gottes, die für uns bereitet sind.

Hudson Taylor, der «Pionier im verbotenen Land» China, formulierte es so: «Wenn wir arbeiten, dann arbeiten wir. Wenn wir beten, dann arbeitet Gott.» Dies deckt sich mit dem Versprechen Gottes aus 2. Mose 14,14: «Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.» Und noch leidenschaftlicher ist der Ruf von Paulus im ersten Thessalonicherbrief 4,11: «Ringet danach, dass ihr stille seid!»

Unter diesen Voraussetzungen ist es möglich, auch mitten in der allergrössten Hektik des Tages Stille zu finden, mitten in einer sehr herausfordernden Aufgabe. Mitten in einem Gespräch, welches bereits hochgradig mit Emotionen beladen ist. Oder sogar mitten in einem Hagel von Vorwürfen, deren Begründung wir nicht nachvollziehen können.




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