Anzeige

Bunte Glieder des Leibes «Kirche»

Von Rebecca Blatter

Chiesa Cristiana Evangelica Italiana, Pfäffikon ZH
«Wir legen nicht so viel Wert auf Tradition. Was zählt ist die Liebe zu Gott.» Darum feiert Antonio Politi, ein Ältester dieser Kirche, zum Beispiel Weihnachten nicht speziell. Dafür legt er viel mehr Wer t auf die Taufe. Getauft wird jedes Jahr bei w armen Temperaturen im Pfäffikersee. Für diese Feier schliesst sich die Italienergemeinde oft auch mit anderen Gemeinden zusammen – der Evangelischen Täufergemeinde zum Beispiel. «Unsere Gemeinde ist vergleichbar mit einer Freien Evangelischen Gemeinde oder einer Evangelischen Täufergemeinde.» Daher kann Antonio Politi auch gut damit umgehen, dass es seine Gemeinde, wo sich regelmässig etwa 35 Leute zum Gottesdienst treffen, in fünfzehn Jahren vielleicht nicht mehr gibt. «Ich hoffe, dass unsere Kinder einmal in Schweizer Kirchen gehen – integriert sind.» Er selbst ist seit 16 Jahren hier und spricht fliessend Schweizerdeutsch, aber die Bibel liest sich auf Italienisch einfach ‹ringer ›. Für ihn ist s eine Gemeinde ein geistliches Zuhause, von dem er auch andere Italiener begeistern will.

Aramäische Gemeinschaft, Rapperswil
Im reformierten Kirchgemeindehaus in Rapperswil ertönt am Sonntagmorgen Gesang auf Aramäisch, ähnlich der Sprache, die Jesus schon gesprochen hat. «Die Lieder sind oft selbst komponiert – kommen von grösseren Gemeinden aus Deutschland», sagt Natan Efrem, ein langjähriges Mitglied der Gemeinschaft. Zum aramäischen Gottesdienst nimmt jeder der durchschnittlich fünfzehn Besucher seine eigene Bibel mit. «Wir lesen gemeinsam und diskutieren darüber. Fragen sind erlaubt.» Fünf Familien, welche zum Teil schon drei Generationen umfassen, gehören zur aramäischen Gemeinschaft in Rapperswil, die sich im reformierten Kirchgemeindehaus eingemietet hat. Heiratet eines der Familienmitglieder, kommen dann aber ungefähr 400 Menschen zusammen. «Man lädt ein, wer einem in den Sinn kommt: Der Cousin des Vaters, Freunde der Mutter – das ganze Dorf.» Da die Aramäer aus der Türkei vertrieben wurden, sind sie heute auf der ganzen Welt verstreut. Natan Efrem, dessen Vater in den Achtziger Jahren in die Schweiz kam, war gerade kürzlich an der Hochzeit seiner Cousine in Deutschland. Dort trafen sich Leute aus den verschiedensten Ländern und feierten gemeinsam – mit Tanz und lauter Musik.

The Christian Fellowship International, Zürich, Brugg, Lausanne, Lugano
«Durch den Krieg mussten viele Menschen fliehen. Einige sind hier in der Schweiz zum christlichen Glauben gekommen. So hatte der Krieg auch eine gute Seite», sagt Antony Joseph, der in den Achtzigerjahren aus Sri Lanka vor dem Bürgerkrieg geflohen ist. Er liess sich in der Schweiz taufen und gründete die TCF international, wo er der Pastor ist. Inzwischen treffen sich sonntags etwa 80 Menschen für den tamilischen Gottesdienst. Oft sind es Menschen, die nach ihrer Flucht von Sri Lanka in die Schweiz vom Hinduismus zum Christentum konvertierten. Die Sprache Tamil geht in der Zwischenzeit aber langsam verloren. «Die tamilische Kirche wird in ungefähr 15 Jahren sterben. Daher wollen wir die zweite Generation erreichen. Wir übersetzen alles auf Deutsch und viele Lieder sind auch auf Englisch.» Neu gibt es auch eine Jugendgruppe, die von Antony Josephs Sohn geleitet wird. Diese trifft sich jeden Samstag zu einer gottesdienstlichen Feier in Deutsch und Englisch. Und diesen Sommer reisen die Jugendlichen für einen Missionseinsatz nach Sri Lanka, in das Heimatland ihrer Eltern oder Grosseltern.

International Protestant Church, Zürich
Etwa 200 Menschen aus mehr als 50 verschiedenen Ländern – vom Asylbewerber bis zum CEO – treffen sich am Sonntagmorgen zum englischen Gottesdienst. «Es ist kaum möglich jeder Kultur gerecht zu werden», sagt Brian Sparks, Vorsitzender des IPC Council. Daher gibt es in dieser Kirche, wo sich Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen treffen, nicht nur geografisch orientierte Kleingruppen, sondern auch Ländergruppen. Die Mitglieder solcher Gruppen treffen sich regelmässig, um Ausflüge zu machen, gemeinsam zu kochen oder miteinander in der Bibel zu lesen. «Menschen mit dem gleichen historischen Hintergrund – dem gleichen Heimatland – verstehen einander besser.» Brian Sparks, ursprünglich aus den USA, fühlt sich in der IPC zu Hause. In den Gottesdiensten beschränkt man sich auf die absoluten Grundlagen des christlichen Glaubens. Das zeigt sich zum Beispiel beim Abendmahl: Jeder, der an Jesus Christus glaubt, kann teilnehmen. 

Weitere "antenne August 2013" Beiträge

erf-medien.ch

August-antenne: Migranten in der Schweiz

erf-medien.ch

Mode, Lifestyle und Gebet

erf-medien.ch

«Sie sind wohlgelitten – aber auch nicht mehr»

erf-medien.ch

Bunte Glieder des Leibes «Kirche»

erf-medien.ch

Filmtipp: Das Ferienparadies wird zur Hölle

erf-medien.ch

Kaufen Sie kein Auto ohne DAB+-Radio!

 1 bis 6 von 6  [ <<  1  >> ]