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Willi Näf | (c) Laurids Jensen

Persönlich: Willi Näf

Willi Näf ist ein provozierend-positiver Mensch. Ein echter «Appenzöller», das hört man schon nach einem Satz. Das allein macht ihn aber noch nicht zu einem angenehmen Zeitgenossen. Es ist vielmehr sein Tiefgang, wenn er sich einem Thema annimmt, sei es als Buchautor, Kolumnist oder Redenschreiber. In diesem Jahr hat er zwei Bücher veröffentlicht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Roman «Gesegnet sei das Zeitliche» lässt der Autor seiner Phantasie viel Freiraum, während er in seiner Biografie über den Starkoch Anton Mosimann akribisch arbeitet und seine Liebe zu Menschen spüren lässt.

«Life is a circus» heisst das Buch, dass Sie für und über Anton Mosimann geschrieben haben. Wieviel Zirkus haben Sie während dem Schreiben erlebt?
Die Koordination der Termine war ein Zirkus. Im positiven Sinn zirkushaft war das Reisen, Lachen, Essen, Trinken, die Begegnungen mit spannenden Menschen, diese wochenlangen Gewitter von guten Geschichten. Das eigentliche Schreiben ist dann natürlich kein Zirkus mehr. Hinter 400 Seiten federleichter Lektüre stehen unzählige Stunden disziplinierter Arbeit. Aber Worte in Geschichten, Gefühle und Gelächter zu giessen ist für mich das Schönste, was es gibt.

An diesem Spitzenkoch hat mich beeindruckt, …
… dass er mir einfach vertraut hat. Dass er sich für mich als Autoren entschieden hat, obwohl ich eigentlich Satiriker bin und gerne gepfeffert schreibe. Anton hat mir als erstem Menschen in seinem Leben offenbart, dass er als kleiner Bub missbraucht wurde. So etwas geht dir als Interviewer durch Mark und Bein.

In Ihrem neuen Krimi geht es auch um Nahtoderfahrungen. Was hat Sie dazu motiviert?
Ich habe schon als Bub Bücher über Nahtoderfahrungen gelesen. Und ich mag Galgenhumor. Das habe ich nun verbunden. Der Humor meiner Nahtodkomödie ist schwarz, aber der Spirit und die Figuren der Geschichte sind so liebenswert verschroben wie in den Filmen von Don Camillo, meiner absoluten Lieblingsfigur

Welche Appenzeller-Clichés erfüllen Sie?
Ich mag träfen Witz und Augenzwinkern. Bei Silvesterkläusen muss ich heulen. Und beim Wandern im Alpstein «vertätscht» es mich vor Dankbarkeit. Aber das Geheimnis der Kräutersulz kenne nicht einmal ich, leider.

Diese Website ist für mich immer wieder einen Besuch wert:
Wikipedia. Ein Geschenk des Himmels.

Dieses Buch liegt bei mir gerade auf dem Nachttisch:
Gerald Wolfs Roman «Glaube mir, mich gibt es nicht»

Diese Schlagzeile würde ich gerne mal im Blick auf Seite 1 lesen:
«Blättern Sie nicht weiter, lesen Sie lieber DIE ZEIT»

Wenn ich frustriert bin, dann …
… marschiere ich zwei Stunden durchs Oberbaselbiet oder Appenzellerland, höre dazu «Celtic Woman» und komme zufrieden nach Hause.

Ich habe immer verheimlicht, dass …
… von den etwa sieben Kratzern und Beulen an unserem Auto mindestens sechs von mir sind.

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