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Filmmusik – der direkte Weg zu unseren Gefühlen

Musik kann Gefühle vermitteln, wie es sonst kaum ein Medium vermag. Erst die Trauermusik an einer Beerdigung rührt uns zu Tränen. Die fröhliche Hochzeitsmusik erzeugt Hochstimmung. Im Stadion puschen uns Jubel- und Fan-Gesänge auf, sie machen uns siegessicher. Doch fast am stärksten beeinflusst und unterstreicht die Musik unsere Gefühle in einer Sparte: im Film. Obwohl wir Filmmusik sehr oft nur zweitrangig wahrnehmen, trägt sie doch massgeblich dazu bei, ob wir den Krimi spannend, die Komödie lustig oder den Liebesfilm romantisch empfinden.

Eine nicht-repräsentative Umfrage unter den Mitarbeitern von ERF Medien zeigt, dass Filmmusik total unterschiedliche Gefühle bei uns hervorrufen kann: «Ich bin Fan von der ‹Fluch der Karibik›-Musik – manche Songs lösen Gänsehaut aus, manche lassen mein Herz vor Freude strahlen, bei manchen ist es total traurig», fasst es eine Mitarbeiterin zusammen.

«Man hört doch, wann der Hai kommt!»
«Durch die Musik ist ja eigentlich klar, wo es dann gleich spannend wird», meint ein Mitarbeiter mit einem Augenzwinkern: «Ich weiss gar nicht, wieso es so viele Hai-Unfälle gibt … man hört doch an der Musik, wann der Hai kommt!»

Ein anderer Mitarbeiter freut sich bei manchen Filmen bereits auf die Schlussmusik: «Die Bourne-Filme enden alle mit der gleichen treibenden, aber irgendwie ausgelassenen Musik. Nach einem Film voller Spannung, Verfolgung und Geheimnissen ist das jeweils sehr entspannend.»

Doch Filmmusik kann auch negative Gefühle hervorrufen: «Bei der Titelmusik von «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» bekomme ich Schreikrämpfe, ich kann den Film nicht mehr sehen, obwohl schöne Pferde durch den Schnee galoppieren. Ich erkenne die Musik schon nach zwei Tönen und meine Fernbedienung schaltet jeweils freiwillig um.»

Viele Filme sind für uns unzertrennlich mit bestimmten Melodien verbunden: das Intro der James Bond-Filme oder der Tatort- Serien 6 zum Beispiel. Seit Jahrzehnten sind diese Melodien gleichgeblieben, trotzdem erzeugen sie noch immer Gänsehaut und versprechen Spannung.

Romantische Gefühle verbindet ein Mitarbeiter von ERF Medien mit dem Song «I will always love you» aus dem Film «Bodyguard » mit Whitney Houston und Kevin Kostner: «Dieser Film lief kurz vor unserer Hochzeit – und während unserer Flitterwochen in Florida verging kaum ein Tag, an dem dieser Song nicht im Auto oder in einem Restaurant lief. Bis heute gibt es immer wieder Momente, wo wir von diesem Filmsong-Klassiker mitten im Alltag überrascht werden und dadurch an den Film «Bodyguard» und an unseren Flitterwochen- Sommer erinnert werden.»

Zwei, drei Takte – und man ist mitten drin Und dann gibt es diese Songs, die, kaum ertönen sie, Bilder im Kopf produzieren: «Bei der Titelmelodie von Star Wars reicht bereits der erste Takt der Orchestermusik, um die Melodie zu erkennen – und im Star-Wars-Universum zu landen.» – «Beim Lied «My heart will go on» von Celine Dion, sehe ich nach zwei Takten gleich die «Titanic». Wind, Wellen und ein tiefgründiges Meer, Sehnsucht, Abenteuer, Dramatik. Bin mitten im Film.» – «Jedes Mal wenn ich «Thunderbird» aus «Thelma und Louise» höre, könnte ich in den Flieger sitzen, ein Auto mieten und durch diese wunderschönen Gegenden von Kalifornien, Colorado und Utah fahren.» – «Das Intro von Bonanza … und schon reite ich in den Sonnenuntergang!» – «Manches Titellied aus Zeichentrickserien der 70er, wie Heidi, Biene Maja , Pinocchio und Wickie, beschwören bei mir Bilder der Serien und die Kindheit herauf.»

Extrem: keine oder fast nur Musik
Eine Besonderheit stellen Filme ohne oder mit fast gar keiner Musik dar. Diese erzeugen die Gefühle rein durch das Bild, den Schnitt und die Geräusche. Ein bekanntes Beispiel ist «Cast Away – Verschollen» mit Thom Hanks. Die ersten zwei Drittel des Filmes kommen gänzlich ohne Musik aus, nur Geräusche, Tiere und die Stimme von Hanks ist zu hören. Die Einsamkeit und Isolation des Protagonisten wird dadurch stark unterstrichen. Erst als Hanks die Insel mit dem selbstgemachten Floss verlässt, wird die Geschichte zeitweilig durch Musik untermalt. Ein anderes berühmtes Beispiel ist «Die Vögel» von Alfred Hitchcock. Auch dieser Film hat keine Filmmusik, nur Geräusche – und ist vielleicht gerade daher derart spannend.

Ganz anders die Stummfilme aus der Anfangszeit des Films: diese sind ohne Filmmusik nicht denkbar. Ein Charlie Chaplin- Film ohne das Orchester, welches die Szenen und Aussagen musikalisch untermauert, ist kaum vorstellbar. Auch Musikoder Musicalfilme leben förmlich vom Sound. «Grease», «West Side Story» oder «Dirty Dancing» funktionierten nicht, wenn die Musik nicht wäre. Es ist eine einfache Gleichung: Ohne «The Time of my Life» keine romantischen Gefühle und keine Bilder im Kopf.

Wie funktioniert Filmmusik?
Filmmusik kann Emotionen unterstützen, ausbremsen, konterkarieren oder entfachen; Nuancen erzählen oder manipulieren; beruhigen, Erstaunen erregen oder gar irritieren und aufstören. Aber wie geschieht das?

Musik kann Bilder paraphrasieren: Zur Verfolgungsszene ertönt hektischer Bebop, zur Beerdigung Mozarts Requiem und zur Liebesszene süsses Geigenspiel.

Musik kann polarisieren: Kraft ihres eindeutigen Charakters schiebt sie inhaltlich neutrale oder ambivalente Bilder in eine eindeutige Ausdrucksrichtung.

Als kontrapunktierend kann man eine Musik bezeichnen, deren eindeutiger Charakter den Bildern oder den Bildinhalten klar widerspricht. Dann geht es darum, «Widersprüche zu schaffen oder zum Nachdenken anzuregen».


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