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Das 5. Gebot

Ohne Herkunft keine Zukunft

Ohne meine Eltern würde ich nicht leben. Sie haben mich gezeugt und zur Welt gebracht, gefüttert und gewaschen. An ihrer Hand habe ich gehen gelernt, ihre Worte habe ich nachgestammelt – deshalb kann ich sprechen. «Genau die Mutter», kann man zu meiner Nase sagen, und «wie der Vater» zu einigen meiner Charakterzügen. Ich bin ihnen ähnlich, ob ich will oder nicht. Meine Eltern sind ein Teil von mir. Diese Geschichte gehört zu mir, da komme ich her.

Manchmal nervt das gewaltig: So wie sie will ich gerade nicht sein. Ich will anders – mich selber sein. Und das ist gut so. Es braucht die Loslösung von den Eltern und den Widerstand auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Zur Reife gehört dann aber auch die Bejahung meiner Herkunft. Der Weg zu diesem Ja ist manchmal steinig: ganz besonders dann, wenn die Herkunft im Dunkeln liegt oder wenn die Erfahrungen mit den eigenen Eltern schmerzhaft sind. Gerade dann wäre es verlockend, eine Abkürzung zu nehmen, und sich von der eigenen Geschichte loszusagen. Diese vermeintliche Abkürzung erweist sich allzu oft als Sackgasse. Denn, wenn ich zu den Eltern nicht Ja sagen kann, kann ich auch zu mir nicht Ja sagen. Wenn ich die Eltern nicht respektiere, lehne ich mich selber ab. Wenn ich meine Herkunft nicht annehme, schneide ich mir die Zukunft ab. Deshalb lohnt sich der Weg zur Versöhnung mit der eigenen Herkunft und mit den Eltern – auch wenn es ein langer und beschwerlicher Weg sein sollte.

Der Zusammenhang zwischen Herkunft und Zukunft wird im fünften Gebot besonders deutlich: «Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst auf dem Boden, den der HERR, dein Gott, dir gibt.» (2. Mose 20.12). Es ist das einzige Gebot, das direkt mit einer Zukunftsperspektive verbunden ist: «… damit du lange lebst.» Dabei geht es nicht um eine in Jahren messbare Lebenserwartung einer Einzelperson, sondern um den grösseren Zusammenhang: Das Ehren der Eltern und damit die Bejahung der Herkunft öffnet den Weg in die Zukunft.

Das Ja zu meiner Herkunft heisst nicht, dass ich alles gutheisse, was meine Eltern getan haben und tun. Aber es heisst, sie als meine Eltern zu respektieren und zu achten. Für mich gehört dazu, mich für ihre Geschichte und ihr Leben zu interessieren, die Beziehung zu ihnen zu pflegen, ihnen zuzuhören. Im Gebet danke ich Gott für meine Eltern und für all das Gute, das sie mir mitgegeben haben. Ich will mit meinen Möglichkeiten dazu beitragen, dass sie in Würde alt werden und sterben können. So, wie meine Eltern mit mir gesprochen, gesungen und gebetet haben, als ich das noch nicht selber konnte, so will ich auch mit ihnen sprechen, singen und beten, falls sie dies einmal nicht mehr selber tun können.

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