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Eine umstrittene Bitte

Leckere Äpfel als Versuchung  |  (c) dreamstime
18.09.2018
Zu Beginn ist «Und führe uns nicht in Versuchung» nur schwer verständlich.
 
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Beitrag aus: antenne Oktober 2018
Thema: Gebet
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Das Vaterunser besteht aus verschiedenen Teilen. Auf den ersten Blick ist die Bitte «Und führe uns nicht in Versuchung» nur schwer verständlich. In Bezug auf diese Bitte schrieb jemand: «Diese Bitte ist mir einfach nicht klar. So wie ich Gott kenne, führt er uns doch nicht in Versuchung.» Tatsächlich sorgt dieser Gebetsteil seit einigen Jahren für Gesprächsstoff.

Als dann Ende 2017 auch noch der Papst erklärte, dass dies keine gute Übersetzung sei, ging die Diskussion richtig los: «Ich allein bin derjenige, der in Versuchung stürzt», meinte der Mann in Rom. Und fährt fort: «Ein Vater tut das nicht. Ein Vater hilft, wieder aufzustehen.»

Gott führt nicht in Versuchung

Mit seiner Meinung hat das Oberhaupt der katholischen Kirche den Schreiber des Jakobusbriefes auf seiner Seite. Dort ist zu lesen: «Niemand, der in Versuchung gerät, sage: ‹Von Gott werde ich in Versuchung geführt! Gott nämlich lässt sich vom Bösen nicht versuchen, und er führt niemanden in Versuchung. Ein jeder wird von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, wenn er sich von ihr locken und ködern lässt.›» Man kann es so sehen: Zwar führt Gott nicht in Versuchung, aber in Situationen, die Versuchungen ermöglichen. Man denke an den Baum im Paradies. Wäre dieser nicht gewesen, hätte es die Möglichkeit zur Versuchung nicht gegeben. Eindrücklich wird das auch im Leben von Jesus sichtbar. Nach der Taufe wird er vom Heiligen Geist in die Wüste getrieben. Vierzig Tage und Nächte verbrachte er dort. Da gab es nichts zu essen und nichts zu trinken. Nachts konnte er kaum ein Auge zudrücken, um nicht von wilden Tieren getötet zu werden. Als er so übermüdet, entkräftet, hungrig und durstig war, kam der Teufel und versuchte ihn. Unter «Teufel» können auch die eigenen Begierden, Lüste und Bedürfnisse verstanden werden.

In Prüfungszeiten erkennen wir unsere Beziehung zu Gott

Worum ging es in der Wüste? Im Hebräerbrief lesen wir Interessantes: «Denn dadurch, dass er (Jesus) selbst gelitten hat und selber versucht worden ist, vermag er denen, die versucht werden, zu helfen.» Nun kann man den griechischen Begriff, der mit «versuchen» wiedergeben wird, auch übersetzen mit «auf die Probe gestellt werden», «geprüft werden». So ist der Baum im Paradies zu vergleichen mit einem Test in einer Prüfung. In der Wüste wurde Jesus auf die Probe gestellt. Was aber wurde geprüft? Ob man eigenmächtig handelt oder sich den Anordnungen Gottes unterstellt. Ob man bereit ist, so zu leben, dass Gottes Name geheiligt wird, sein Reich sich ausbreiten kann und sein Wille geschieht. Weil Jesus selbst solche Prüfungszeiten kennt, weiss er, wie das ist und kann aus dieser Erfahrung helfen. Deshalb verstehe ich unter der Bitte «Und führe uns nicht in Versuchung» Folgendes: «Jesus, führe uns in der Versuchung, hilf uns in der Glaubensprüfung, damit wir sie bestehen.»

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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