China – ein Land, das sich einer der ältesten Kulturen der Welt rühmen kann. Zudem hat China die älteste Literaturtradition, denn im Laufe der Jahrtausende hat sich das System der Schriftzeichen wenig geändert. Besonders spannend ist die Tatsache, dass sich viele Aspekte alttestamentlicher biblischer Geschichten in den chinesichen Schriftzeichen wiederfinden lassen (unter anderem Sündenfall, Sintflut). Und genauso spannend ist es mitzubekommen, wie der Urheber der Bibel, nämlich Gott selbst, weiterhin in China stark am Wirken ist, etwa durch das SOTAProjekt von TWR.
SOTA steht für «Seminary on the Air» und war bis vor einigen Jahren ausschliesslich ein Radioseminar, deshalb das «on the Air» im Namen. Heute wird das Seminarmaterial nicht mehr per Kurzwelle, sondern digital und als Buchbandreihe angeboten. SOTA ist vor allem deshalb wichtig, weil die Zahl der Christen in China rasant wächst. Jedoch steigt dementsprechend auch die Notwendigkeit für biblisch-fundierte, ausgebildete Pastoren und Gemeindeleiter.
SOTA setzt an diesem Punkt an, in dem sie interessierte Studenten aufnimmt, um sie als Pastoren und Gemeindeleiter aus- und weiterzubilden. In China gibt es heute bereits 16 SOTA-Schulungszentren, die von über 2000 Studenten besucht werden. Das Audiomaterial wird auf MP3-Player (und in Zukunft auch auf Tablets!) hochgeladen und verteilt. Zudem gibt es das komplette Material auch in einer Buchbandreihe.
Die Mitarbeiter legen Wert darauf, dass SOTA Schritt für Schritt wächst. Zu schnelles Wachstum würde die Behörden auf den Plan rufen. Religionsfreiheit gibt es kaum. Die Behörden erkennen, dass sie die wachsende Anzahl der Christen nicht aufhalten können. Demnach versuchen sie sie wenigstens zu kontrollieren. Chinesische Christen müssen also zum Teil mit erheblichen Problemen und gar Verfolgung rechnen. So wird SOTA innerhalb des Landes von örtlichen Christen organisiert und durchgeführt, damit kein Vorwurf von «ausländischem Einfluss» entstehen kann.
Erfreulich sind die Reaktionen der Studenten, die mit grosser Leidenschaft Gottes Wort studieren. So schrieb uns neulich Frau C.: «Vielen Dank für die Klarheit der Lehre. Ich hatte viele Fragen und Unklarheiten, aber nun kann ich den Mitgliedern in meiner Gemeinde besser dienen und sie leiten.» Dies ist das Ziel von SOTA, denn so können sich die chinesischen Christen weiterentwickeln und ihre Kirchen auf gutem theologischen Fundament bauen.
Quellen: C.H. Kang & Ethel R. Nelson, Erinnerungen an die Genesis: Die Chinesen und die biblische Urgeschichte, 1998