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Esther Barretta | (c) privat

«Dankbarkeit ist der Schlüssel in meinem Leben»

Esther Barretta hätte allen Grund, mit ihrem Leben zu hadern. Mit 34 Jahren wird ihr das Augenlicht geraubt und 13 Jahre später verliert sie ihren Mann. Trotzdem sagt sie heute: «Ich danke Gott für alles, was ich habe. Das macht mich glücklich und gibt mir Kraft.»

Die Strassen ihres Heimatorts kennt Esther Barretta im Schlaf. Als Kind spielt sie auf ihnen und als junge Frau verliebt sie sich in Piero, der in der gleichen Strasse wohnt: «Wir sagten uns nur Hallo, aber ich war total verliebt in ihn.» Durch eine glückliche Fügung lernen sie sich besser kennen, beginnen eine Beziehung und heiraten im Jahr 1985.

«Gott hat mich nicht verlassen»
Elf Jahre später verlassen Esther ihre Kräfte und sie hat plötzlich einen Strich im Auge. Trotz Operationen sieht sie nur noch 30 Prozent und hat grosse Schmerzen in den Augen. «Ich weinte und hatte Kämpfe mit Gott; ich fühlte mich verlassen.» Nach längerem Spitalaufenthalt kommt Esther nach Hause und erhält einen Anruf von einer Freundin, die für sie betet. «Nach dem Telefon ging mir ein Licht auf und ich wusste: Gott hat mich nicht verlassen.» Im Januar 1997 liegt Esther ein weiteres Mal im Behandlungsraum des Augenspitals und ihr wird klar: «Wenn jetzt kein Wunder passiert, werde ich blind.» Entgegen den Erwartungen, ist sie nicht verzweifelt: «Während dieser Zeit fühlte ich einen tiefen Frieden; ich war von Gott getragen.» Ein paar Tage später erblindet Esther vollständig.

«Ich bin wertvoll»
Um das Leben als Blinde meistern zu können, lernt Esther Barretta als Erstes ihren Haushalt wieder selbständig zu führen. Später kommen auch noch das Lesen der Blindenschrift und der Umgang mit dem Blindenstock hinzu. Währenddessen will Esther am liebsten ganz normal behandelt werden: «Manchmal liessen mich meine Freunde oder mein Mann irgendwo kurz stehen, weil sie vergassen, dass ich blind bin. Das half mir sehr.» Esther arrangiert sich mit der Situation, von aussen kommt jedoch immer wieder der Druck, dass sie doch geheilt werden könnte, wenn sie nur genug glaubte. Dies treibt Esther in eine Krise. «Die Enttäuschungen machten mich fix und fertig. » Sie holt sich professionelle Hilfe und entdeckt: «Gott hat mir das Leben als Blinde geschenkt! Für ihn ist auch ein ‹behindertes› Leben ein wertvolles Leben.»

«Sag einfach danke»
Im Mai 2009 wird bei Piero Krebs diagnostiziert. Trotz Chemotherapie verschlechtert sich sein Zustand zusehends, und er stirbt nach einem Jahr Krankheit. Nun muss sich Esther alleine zurechtfinden. Sie sucht erneut nach dem Lebenssinn: «Wozu stehe ich auf am Morgen?» Doch dann hat sie einen Gedanken: «Sag Jesus einfach danke, dass du so einen tollen Mann hattest.» Sie entdeckt, wie gut ihr das tut. So entschliesst sie sich immer wieder neu, den Blick nicht auf Fehlendes zu richten. Sie will Gott danken, für all das, was sie hat.

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